Single-Page-Anwendungen Framework-unabhängig entwickeln

Fazit

In jeder Single-Page App gibt es grundlegende Konzepte, die immer gleich sind. Es hängt jedoch von den Anforderungen des Produkts ab, wie Entwickler Konzepte und Techniken kombinieren.

Bevor die Technologiefrage geklärt wird, ist die geplante Applikation zunächst hinreichend zu analysieren, um dadurch die Anforderungen und Herausforderungen kennenzulernen. Dazu sind Fragen zu Themen wie der Interaktion auf den einzelnen Seiten zu klären und herauszufinden, an welcher Stelle sich die größte Komplexität versteckt. So lässt sich sicherstellen, dass die simpelste Technik gewählt wird, um alle Anforderungen umzusetzen.

Das muss nicht immer ein komplettes Framework sein – im Gegenteil. Viele der beschriebenen Konzepte lassen sich leicht mit JavaScript umsetzen. Das npm-Ökosystem bietet zudem eine Vielzahl von schlanken, zielgerichteten Bibliotheken, die sich je nach Bedarf kombinieren lassen.

Frameworks geben zwar eine Struktur vor, was eine Hilfe bei der Umsetzung sein kann. Sie nehmen durch ihren Aufbau und ihre Wirkungsweise aber auch konzeptionelle Entscheidungen ab, was eine geringere Flexibilität für das Entwickeln und Umsetzen von Anforderungen zur Folge haben kann.

Allerdings ist gerade diese Flexibilität wichtig, da sich schlecht abschätzen lässt, wie sich die Applikation Jahre später weiterentwickelt und wie es sich über diesen Zeitraum mit der Aktualität des Frameworks verhält, dass so viele Design-Entscheidungen bestimmt hat. Grundlegende Architekturen und Patterns ändern sich seltener als komplette Frameworks. Daher ist es empfehlenswert, den Einsatz Letzterer zu hinterfragen und die Konzepte dahinter zu verstehen und zu verinnerlichen. So lassen sich auch schneller Designentscheidungen treffen. (jul)

René Viering
ist passionierter Frontend-Entwickler und JavaScript-Enthusiast bei der Micromata GmbH in Kassel.