Spring 3 steht vor der Tür - ein erster Ausblick

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Spring 3 – ist für das zweite Halbjahr 2009 angekündigt. Grund genug, Spring-Kenner Eberhard Wolff einen ersten Blick auf die grundlegende Neuausrichtung des Java-Frameworks werfen zu lassen. Attraktiv erscheinen in erster Linie Java-5-Unterstützung sowie die Integration von REST-Architektur und Expression Language.

Das Projekt startete 2002, um die Entwicklung mit Java – vor allem bei Enterprise-Java-Anwendungen – nachhaltig zu vereinfachen. Seit 2004 steht es unter der Apache Software License zur Verfügung. Es hat sich als Basis zahlreicher Projekte etabliert und die Java-Entwicklungslandschaft grundlegend verändert. Hinter dem Framework steht mittlerweile das Unternehmen SpringSource (siehe Glossar), das auch alle Committer des Frameworks beschäftigt.

Spring hat sich vor allem in drei Bereichen hervorgetan:

  • Durch Dependency Injection (siehe Glossar) können Objekte Beziehungen zueinander entwickeln. Da sie selber passiv sind, kann man recht einfach die Objekte ersetzen – zum Beispiel für Tests oder um Anwendungen zu portieren.
  • Mit AOP (aspektorientierter Programmierung) kann man Aspekte wie Sicherheit oder Transaktionen zu einer Anwendung hinzufügen, ohne dass die Anwendung selber geändert werden muss.
  • Spring bietet eine Vereinfachung vieler vorhandener APIs wie Hibernate, JDBC (Java Database Connectivity) oder JMS (Java Message Service) an.

Eine grundlegende Komponente der neuen Spring-Version ist die unterstützte Java-Version: Das Framework setzt nun Java 5 beziehungsweise das JDK 1.5 voraus. Spring gilt traditionell eher als konservativ. Von daher unterstützt es alte Standards, die oft noch in der Produktion zu finden sind. Mittlerweile hat das JDK 1.4 offiziell das Ende seines Lebenszyklus erreicht, sodass der Abschied von dieser Version nur konsequent ist. Auch wer bei der Auswahl seiner Software konservativ und sicherheitsbetont vorgeht, muss auf das JDK 1.5 aktualisieren, da eben für ältere Versionen der Support durch Sun Microsystems erlischt.

Java 5 hat eine ganze Reihe an neuen Features in die Sprache eingeführt und ist eine der Versionen, die am nachhaltigsten die tägliche Arbeit mit Java verändert haben. Zu den neuen Features zählen Annotationen, Generics, aber auch weniger beachtete wie Varargs, also Methoden mit einer flexiblen Anzahl von Parametern. Man könnte daher erwarten, dass der JDK-1.5-Support ebenfalls in Spring 3 deutliche Änderungen für die Nutzer des Frameworks mit sich bringt. Doch das ist nicht der Fall. Denn schon die Versionen 2.0 und 2.5 nutzen Java-5-Features, sodass man in Spring 3 kaum noch Änderungen benötigt. Die Auswirkungen dieser Modifikationen sind demnach für den Entwickler kaum spürbar.