Subversion Day Berlin 2011

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Teilnehmer der Subversion-Veranstaltung sprachen sich gegen einen Wechsel von SVN zu Git & Co. aus und setzen eher auf deren Kombination.

Im Rahmen des fünftägigen Subversion-Hackathons, eines jährlichen Arbeitstreffens der Subversion-Entwickler, fand am 19. Mai unter der Schirmherrschaft der elego Software Solutions GmbH auch der Subversion Day Berlin 2011 statt. Mit rund 40 Teilnehmern, darunter über 10 Subversion-Entwickler, hatte die Veranstaltung einen individuellen und persönlichen Charakter. Vom nächsten Subversion (SVN) (Version 1.7 erscheint dann, "wenn sie fertig ist") über den Betrieb großer Installationen bis hin zur Gestaltung von Geschäftsprozessen auf Basis eines SVN Repository waren für jeden Geschmack neue Erfahrungen zu machen. Zudem gab es praxisorientierte Workshops.

SVN behauptet sich gerade im Unternehmensumfeld zunehmend gegenüber kommerziellen Angeboten. Die meisten Konferenzteilnehmer kamen daher aus der Industrie und betreuen dort die SVN-Installationen. Die größten Motivationen für den Konferenzbesuch stellten sicherlich der direkte Kontakt zu den Entwicklern und der Erfahrungsaustausch dar.

Bei der Frage, ob man jetzt nicht lieber zu Git oder anderen verteilten Versionskontrollsystemen wechseln solle, sprach sich eine klare Mehrheit für SVN aus, da sich Subversion durch eine gute Integration in die Unternehmens-IT auszeichnet und dem Workflow zur Softwareentwicklung in den Unternehmen entgegenkommt.

Die Vorteile von Git lassen sich dagegen auch in Kombination mit einem SVN-Backend nutzen. Hierzu stellte die tschechische Softwarefirma TMate SubGit als Integrationstechnik erstmalig der Öffentlichkeit vor. Sie ist noch in der Alpha-Phase, sieht aber vielversprechend aus und hat das Ziel, einen transparenten Übergang zwischen SVN und Git in beide Richtungen zu schaffen. Dadurch lässt sich dasselbe Repository gleichermaßen mit SVN und Git nutzen, die Daten sind immer über beide Protokolle aktuell. Ein Screencast auf der Projekt-Website zeigt eindrucksvoll den gleichzeitigen Zugriff über Git und SVN. Zielanwendungen für SubGit sind Hosting-Anbieter, gemischte Entwicklungsteams und komplexe Migrationsszenarien.

Ein spannendes Feld sind auch Anwendungen, die SVN als zentrale Komponente in einen Geschäftsprozess integrieren. Zwei Vorträge zeigten am praktischen Beispiel, wie SVN eine wichtige Rolle im Softwareentwicklungsprozess und automatischen Build- und Release-Prozessen spielt oder als Backend für alle Konfigurationsdateien einer großen Webplattform dient.

Die Konferenz bot eine gute Gelegenheit, die Entwickler und relevanten Firmen rund um Subversion näher kennen zu lernen sowie Tipps, Tricks und neue Ideen rund um Subversion mitzunehmen. Als Besonderheit kommt der Erlös der Konferenz dem Subversion-Projekt zu Gute und unterstützt die Teilnahme der Entwickler am Hackathon. (ane)

Schlomo Schapiro
ist Systemarchitekt und Open-Source-Evangelist bei der Immobilien Scout GmbH in
Berlin.