T-3: Hello again

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Wie jedes Jahr hat Apple auch in diesem Jahr zu einem Event eingeladen. Und wie für jedes Event gibt es auch für dieses einen mehr oder weniger kryptischen Hinweis auf das, was Apple vorstellen wird. In diesem Jahr lautet er: "Hello again". Was steckt dahinter?

Selbstverständlich ist "Hello again" eine mehr als deutliche Anspielung auf die Begrüßung, mit der sich der erste Apple Macintosh am 24. Januar 1984 der Öffentlichkeit präsentierte. Zur Vorstellung des iMac im Jahr 1998 griff Apple dann auf "Hello (again)" zurück. Beides, sowohl die Einführung des Macintosh an sich als auch die des iMac, waren gravierende Meilensteine für das Unternehmen aus Cupertino. Was also ist im Jahr 2016 zu erwarten?

Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg hat bereits im August 2016 berichtet, dass Apple an einer signifikant überarbeiteten Modellreihe des MacBook Pro arbeite. In diesem Zusammenhang ist stets von einer OLED-basierten Touch-Leiste, der Unterstützung von USB-C und einem Fingerabdruckleser auf Basis von TouchID die Rede.

Das alles klingt zwar vielversprechend, wäre für einen gravierenden Meilenstein und eine signifikant überarbeitete Modellreihe zu wenig. Auch eine E-Ink-Tastatur wäre eine bemerkenswerte Änderung, eignet sich allerdings ebenfalls nur bedingt dazu, eine Delle ins Universum zu schlagen.

Hinzu kommt, dass sich Apple bei der Überarbeitung des MacBook Pro ausgesprochen viel Zeit gelassen hat, was dem Unternehmen in der jüngeren Vergangenheit auch des Öfteren vorgeworfen wurde. Unter der Annahme, dass sich Apple in der Zeit nicht auf vergangenen Lorbeeren ausgeruht hat, dürfte mit größeren Neuerungen zu rechnen sein. Interessant wird es, wenn man einige andere Entwicklungen der vergangenen Jahre berücksichtigt und die Fäden zusammenspinnt.

Da ist zunächst das Drängen Apples zu nennen, einen Prozessor im iPhone und iPad zu verbauen, der es hinsichtlich der Leistung mit einer Desktop-CPU aufnehmen kann. Bei der Einführung des ARM-basierten A7-Prozessors mit 64 Bit im iPhone 5S wurde Apple nicht müde, auf dessen enorme Leistungsfähigkeit hinzuweisen. Zudem orientierte sich der A7 deutlich stärker an x86-Prozessoren als seine Vorgänger.

Wie iClarified im September berichtete, enthält der Kernel von macOS seit Sierra 10.12 Unterstützung für einen ARM-Prozessor namens "Hurricane". Noch ist nicht bekannt, was genau es mit dieser Prozessorfamilie auf sich hat, aber es ist davon auszugehen, dass es sich um eine weitere CPU-Entwicklung von Apple handeln dürfte. Weiter heißt es dort:

"It is striking that developers no longer send the final binaries when submitting an app, but a bit code. This bit code is then used by Apple to convert the application to the specific platform. Which means that Apple can easily make the transition to a different instruction set, for example, switching from x86 to ARM without all apps need to be resubmitted. It is probably also one of the reasons why legacy applications have recently been removed from the App Store."

Das alles nährt die Spekulationen, dass Apple in einigen Tagen nicht einfach nur ein neues MacBook Pro vorstellen könnte, sondern eines mit ARM-Prozessor an Stelle einer Intel-CPU. Das wäre dann tatsächlich ein bemerkenswerter Meilenstein, vergleichbar mit dem Umstieg von der PowerPC- auf die x86-Architektur. Mit einem Schlag wäre die Kompatibilität zwischen macOS und iOS dramatisch verbessert, und Apps würden direkt zu Beginn zur Verfügung stehen.

Das könnte die lang ersehnte Antwort von Apple auf die Universal Windows Apps von Microsoft sein und ein Schritt in die Richtung, dem einheitlichen Kernel von Windows 10 auch auf der Mac-Hardware etwas entgegen zu setzen.

A propos Windows: Ein Umstieg auf einen ARM-Prozessor würde Apple zwar unabhängiger von Intel und deren Entwicklungszyklen machen, zugleich allerdings auch dem Betrieb von Windows auf dem MacBook Pro eine Absage erteilen. Ob das von der Mehrzahl der Mac-Verwender als Mangel empfunden würde, kann Apple auf Grund von Kundenfeedback vermutlich gut einschätzen.

Sinn würde das alles durchaus ergeben, und zugegebenermaßen passen die verschiedenen Puzzleteile erstaunlich gut ineinander. Trotzdem ist all das natürlich rein spekulativ, aber es liegt inzwischen im Bereich des Möglichen. So oder so - am 27. Oktober wissen wir mehr.

tl;dr: Apple könnte am 27. Oktober 2016 neue MacBook Pro-Geräte auf Basis eines ARM-Prozessors vorstellen. Diverse Indizien sprechen dafür, dass Apple einen entsprechenden Plan bereits seit Jahren verfolgt.