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Tanz die Exklusivität

Die mobile Denkfabrik

Medien und Entwickler gehen im Idealfall eine Symbiose ein. In der Anfangszeit der Handcomputertechnik waren Exklusivitäten ein fixer Bestandteil des Markts.

Die dahinter stehende Idee ist eine klassische Anwendung des von mir auch im Consultinggeschäft gern verwendeten Commonwealth-Prinzips. Medienschaffende können bei ihren Lesern durch das Anbieten exklusiver Inhalte punkten: Wer regelmäßig nirgendwo anders erhältliche Spiele verteilt, baut sich über kurz oder lang einen Freundeskreis auf.

Für Entwickler ist das nicht minder vorteilhaft. Die Erfahrung lehrt, dass Previews mit Downloadmöglichkeiten von Lesern wesentlich lieber angenommen werden: Anders als bei normalen Reviews gibt es hier etwas, was Nicht-Leser nicht haben.

Die Vorgehensweise zum Ausverhandeln einer Exklusivität ist einfach: Wenn einem in der Vergangenheit einige Analysten "angenehm aufgefallen" sind, sind diese naturgemäß Kandidaten für eine persönliche E-Mail. Wenn man noch keine Kontakte hat, ist es hilfreich, eine Presseaussendung loszulassen – es findet sich so gut wie immer ein Analystenhaus, das auf das Thema aufspringt.

In der Praxis treten dabei zwei Stolpersteine auf: Erstens dauert die Einrichtung und Anfertigung eines Tests einige Zeit. Wer nicht zwei oder drei Wochen Reaktionszeit einplant, fährt mehr oder weniger brutal ein. Mindestens ebenso wichtig ist es, bei deutschen Analystenhäusern eine dedizierte E-Mail-Adresse zur Anforderung des Testexemplars bereitzustellen: Das im angelsächsischen Raum übliche Weiterleiten von Kommentaren ist aus datenschutzrechtlichen Gründen unmöglich.

PS: Ich betreue die App-Testressorts von zwei bekannten Android-Webseiten. Wer mir eine Exklusivität anbieten möchte, soll das unter Verweis auf diesen Post unter tamhan (at) tamoggemon (dot) com tun.


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