Tesco: Werbe-Targeting durch Gesichtsscanning

Die mobile Denkfabrik  –  0 Kommentare

Desto besser Werbung auf die Bedürfnisse der Kunden angepasst ist, desto höher die Klickrate – Handcomputerentwickler versuchen aus diesem Grund, möglichst viel über ihre User herauszufinden. Der Handelsriese Tesco geht nun einen neuen Weg.

In Großbritannien betreibt der Händler neben den diversen Nahrungsmittelmärkten auch Tankstellen an. Dort erfolgt ab sofort ein Scan des Gesichts der Besucher, während sich dieser in der Schlange zum Begleichen der Tankrechnung befindet.

Tesco scannt die Gesichter seiner Kundschaft, um Werbung genauer zu targeten... (Bild: Wikimedia Commons / Doronenko)

Die daraus gewonnenen Daten wandern sodann in einen Korrelator, der die Personen vor dem Sensor nach Geschlecht und Altersklasse katalogisiert. Diese Informationen dienen sodann zum Targeting der Werbung: Jeder User bekommt Werbungen, die für seine "Klasse" als besonders wirksam erachtet werden. Tesco besitzt aufgrund der diversen Kundenbindungsprogramme über genaue Informationen bezüglich des Verhaltens seiner Klienten – das erleichtert das Targeting.

Noch erfolgt keine Korrelation mit den weit verbreiteten ClubCards. Das Einbeziehen dieser Informationen würde die Werbeeffektivität weiter steigern, da das Unternehmen so Impulskäufe animieren könnte (Stichwort Red Bull für mich, Piccolo-Freixenet für die Lebensgefährtin).

Das dahinter stehende Unternehmen hat seine Technologie laut eigenen Angaben mittlerweile in 35 Ländern der Welt im Einsatz – neben Händlern greifen auch diverse Charity-Organisationen auf "facial tracking" zurück. Theoretisch spräche nichts dagegen, diese Technik auch in einem Smartphone einzusetzen: Die zunehmend genauer arbeitenden Kameras der Telefone dürften mittlerweile ausreichend gute Daten für Facial Tracking liefern.