The React Handbook

Die wichtigsten Aspekte rund um die React-Bibliothek und deren Ökosystem fasst das regelmäßig aktualisierte und frei verfügbare E-Book von Flavio Copes zusammen – in kurzen, gut verständlichen Abschnitten.

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(Bild: The React Handbook )

Flavio Copes
The React Handbook

A free E-Book at reacthandbook.com

The React Handbook, Flavio Copes (Bild: PDF-Preview)

Zum Thema React gibt es mittlerweile zahlreiche Veröffentlichungen von der offiziellen Dokumentation über diverse Blogartikel bis hin zu Büchern. Gerade auf Englisch ist eine Reihe von Quellen zu finden. Angenehm hervor sticht hier das E-Book von Flavio Copes. Der gesamte Text ist online frei verfügbar und wird vom Autor regelmäßig aktualisiert. Das Buch in Dateiform versendet der Autor, nachdem man seinen Namen und seine E-Mailadresse angegeben hat.

Flavio Copes, der Autor des React Handbuchs, ist ein freiberuflicher Entwickler aus Italien. Er beschäftigt sich sowohl mit JavaScript im Frontend in Form von React und Vue als auch im Backend mit Node.js und Express. Insgesamt hat er sechs E-Books zu diesen Themen verfasst und ist auch sonst ein fleißiger Blogger.

Kurz und gut verständlich

Gleich zu Beginn des Buchs erklärt Copes, dass er auf den folgenden 220 Seiten das Pareto-Prinzip verfolgt, also mit 20 Prozent Zeitinvestition 80 Prozent der Lerninhalte zum Thema darstellen zu wollen. Diese Strategie verdeutlicht auch, was die Leser in diesem Buch erwartet: In kurzen, gut verständlichen Absätzen erklärt der Autor in insgesamt acht Sektionen die verschiedenen Aspekte von React und geht dabei nicht nur auf die Bibliothek selbst, sondern auch auf das Ökosystem ein. Die einzelnen Themen werden sowohl theoretisch als auch praktisch anhand zahlreicher Codebeispiele erklärt.

Das Buch startet mit einer allgemeinen Einführung in die Welt von React und erklärt, warum React so erfolgreich und auch vergleichsweise einfach zu erlernen ist. Anschließend zeigt Copes, wie sich die Entwicklung einer React-Applikation starten lässt. Das umfasst die Standardmethode über Create React App, aber auch die etwas exotischere Variante über das Einbinden von Script-Tags.

Das erste Kapitel steigt nicht direkt in das Thema React ein, sondern bereitet zunächst die Grundlagen vor. Es führt in die wichtigsten JavaScript-Konzepte ein und erklärt, wie sie bei der Entwicklung mit React zum Einsatz kommen. Die Leser lernen Features wie Rest und Spread, Template Literals oder async/await kennen.

Nach dieser Einführung in modernes JavaScript folgt mit dem zweiten Kapitel ein etwas theorielastiger Teil zu Konzepten wie Single-Page-Applikationen, Immutability oder Composition. Erwähnenswert sind auch die Ausführungen zum Virtual DOM und dem Datenfluss in einer React-Applikation. Copes erläutert die wichtigsten Zusammenhänge, die für die generelle Funktionsweise von React von großer Bedeutung sind.

Im dritten Kapitel schließlich geht es in die Tiefen von React, beginnend mit einer detaillierten Erklärung zu JSX, der JavaScript-Erweiterung von React, mit deren Hilfe sich die Templates der React-Komponenten verfassen lassen. Im Anschluss folgt eine Ausführung zu den verschiedenen Arten von Komponenten in React, also Funktions- und Klassenkomponenten und deren wichtigsten Features wie Props und State. Das dritte Kapitel geht außerdem auf den Lebenszyklus von Klassenkomponenten, Formulare, die Context API und auch neue Features wie Hooks ein.

Wenig zusammenhängende Codebeispiele

Bis zu dieser Stelle des Handbuchs beschränken sich die Codebeispiele auf unzusammenhängende Schnipsel. Ab Kapitel 4 präsentiert Copes dann zwei kleine, aber zusammenhängende Beispiele, um die Konzepte besser zu verdeutlichen. Der fünfte Abschnitt des Buchs widmet sich den verschiedenen Möglichkeiten, Komponenten zu stylen. Hier geht es sowohl um die Gestaltung mit CSS-Klassen und Inline-Styling als auch die Verwendung von CSS-Modulen, SASS und Styled-Components.

Das Werkzeug Create React App, mit dem sich eine React-Applikation initialisieren lässt, arbeitet mit Babel und Webpack. Das sechste Kapitel erklärt die Funktionsweise und die Konfiguration dieser beiden Werkzeuge. Im vorletzten Kapitel beschäftigt sich der Autor mit dem Absichern der Applikation mithilfe von Jest. Das Test-Frameworks stammt ebenso wie React ebenfalls von Facebook. Abschließend stellt Copes noch weitere Bibliotheken aus dem React-Ökosystem vor, darunter der React-Router, Redux, Next.js und Gatsby.

Fazit

Der größte Vorteil des React Handbuchs ist gleichzeitig auch sein größter Nachteil: der geringe Umfang und die Kürze, in der Copes die Themen anreißt. Das Buch ist eine gute Wahl, wenn es nur darum geht, einen ersten Überblick über React, die Bibliotheken und die darum herum entstanden zu gewinnen.

Für einen umfassenden Einstieg in React eignet sich das Handbuch nur bedingt, da es kaum zusammenhängende Codebeispiele bietet, die dem Leser das Big Picture vermitteln. Insgesamt behandelt das Buch jedoch alle wichtigen Themen und Konzepte und hält das eingangs gegebene Versprechen recht gut ein, eine "80-Prozent-Lösung" anzubieten. (map)

Sebastian Springer
ist als Senior IT Architekt bei MaibornWolff in München tätig. Er versucht als Referent und Autor, die Begeisterung für professionelle Entwicklung mit JavaScript zu wecken – auch mit Büchern wie "Node.js: Das umfassende Handbuch" und "Testgetriebene Entwicklung mit JavaScript".