Tizen: auf sie mit Gebrüll

Die mobile Denkfabrik  –  0 Kommentare

Wer die diversen Analysten-Webseiten im Auge behält, könnte Tizen mittlerweile als Vaporware abtun: Die Auslieferung in Indien ist reine Imagepflege. Wer Samsung besser kennt, weiß, dass hier nicht unerhebliche Gelegenheiten für Entwickler lauern.

Das koreanische Unternehmen ist dafür bekannt, seine Partner mit diversen Wettbewerben und anderen Aktionen bei Laune zu halten. Anders als bei einem bekannten Ex-Hersteller handelt es sich dabei um reine meritokratische Aktionen: Es gibt keine Universitäten und andere halbstaatliche Unternehmungen, die einen "Fixanspruch" auf eine Platzierung haben.

Mindestens ebenso schwer wiegt die Tatsache, dass Samsung als koreanisches Unternehmen in Generationen denkt. Das bedeutet, dass ein Entwickler, der sich im Tizen- oder im Smart-TV-Bereich verdient gemacht hat, in Zukunft auch auf anderen Plattformen Unterstützung erwarten darf.

Ein wunderbares Beispiel für die Loyalität der Koreaner war der Tizen-Portathon. Seriöse Entwickler durften ihre Programme auf Kompatibilität mit Tizen testen: Wer die oft nur minimalen Anpassungen bereitwillig vornahm, wurde mit vierstelligen Dollarbeträgen belohnt. Zudem gibt es immer wieder Wettbewerbe, in denen man an kostenlose Hardware kommt.

Wer jetzt Ressourcen in Tizen investiert (oder alte Bada-IP wiederbelebt), hat eine einzigartige Gelegenheit zum Aufbauen einer langfristigen Beziehung zu einem der wichtigsten Gerätehersteller. Zudem ist der Store im Moment relativ leer, weshalb das Erreichen guter Positionierungen leicht von der Hand geht. In diesem Sinne: Nichts wie ran an den Speck ...

PS: Die C++-API des Betriebssystems ist an Bada angelehnt. Ich hatte auf heise Developer früher mal zwei Tutorials vorgestellt, die bei ersten Schritten hilfreich sind.

PS 2: Symbian-Entwickler freuen sich über das Vorhandensein einer Qt-Portierung.