Training kostet Zeit

Die mobile Denkfabrik  –  0 Kommentare

Dank des App Store-Booms bieten immer mehr Hochschuleinrichtungen handcomputerbezogene Abschlüsse an. Aufgrund der enormen Marktbreite können diese eine sorgfältige Einarbeitung nur in den seltensten Fällen ersetzen – die Inhalte der Ausbildung decken sich nur selten genau mit dem im Unternehmen gebrauchten Wissen.

In meinem Umfeld wurden in den letzten Wochen einige männliche und weibliche Mitarbeiter rekrutiert. Dabei zeigte sich ein häufiges Anti-Pattern immer und immer wieder: Trainingsaufgaben sollten im Rahmen des Produktivbetriebs abgearbeitet werden.

Die dahinterstehende Idee ist einfach und bestechend zugleich: Wenn die Ausbildung im Rahmen der Produktion erfolgt, lernen die Mitarbeiter ihre Aufgaben direkt. Zudem können sie – zumindest einen kleinen Teil – ihrer Kosten amortisieren. Wenn dabei etwas "Babysitting" erforderlich ist, ist dies eben Teil des Spiels.

Leider ist es in der Praxis oft so, dass der dabei erzielte Lehreffekt unter dem Optimum liegt. Der Druck, die Aufgaben so effizient wie irgend möglich abzuwickeln, führt dazu, dass die Beschäftigung mit Konzepten und Grundlagen unterbleibt. Am Ende dieses Systems steht ein Mitarbeiter, der noch eine lange Zeit Betreuung braucht. Der in Summe investierte Aufwand ist wesentlich höher als der, der bei klassischer Ausbildung angefallen wäre.

Aus meiner Sicht führt in manchen Fällen kein Weg daran vorbei, Personal auf "die alte Art" zu trainieren. Lustig gemachter Frontalunterricht mag dem Zeitgeist entgegenlaufen – dass dieser manchmal ein Ungeist ist, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

PS: Das O'Reilly-Buch "Apprenticeship Patterns" ist ein sinnvolles Geschenk an den "Neuling".