Unix für Handy-Programmierer

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In Zeiten von Palm OS, Windows Mobile und Symbian war die "Weltlage" simpel: Wer Applikationen für Handys programmieren wollte, arbeitete unter Windows. Seither kam eine Vielzahl neuer Betriebssysteme auf den Markt, die einen unixoiden Unterbau haben. Somit stellt sich die Frage, ob man als Entwickler Microsoft den Rücken kehren kann.

In meinem Unternehmen stellte sich diese Frage forciert, da die Windows-7-Installation im Rahmen eines VMware-Updates das Zeitliche segnete und sich auch nicht wiederbeleben ließ. Termindruck sorgte dafür, dass die Ubuntu-Installation fortan als Hauptsystem dienen musste.

Das wichtigste Problem ist, dass der Zugriff auf mit NTFS formatierte Laufwerke enorme Rechenleistung in Anspruch nimmt. Das Ausführen einer auf einer externen Festplatte liegenden Windows-8-VM scheiterte am enormen Rechenleistungsbedarf des ntfs3g-Treibers – sobald die VM auf einer Ext3-Partition lag, war die Performance fast mit einem nativen System vergleichbar.

Damit war die Entwicklung von Applikationen für Windows Phone 8 abgedeckt: Bei Hardwarevirtualisierung und einer ausreichend starken CPU ist die Performance zufriedenstellend, wenn das Image auf einer eigenen Festplatte liegt. Für Android, BlackBerry 10 und Co. war die Nutzung von Windows nicht notwendig: Die Hersteller bieten Entwicklungsumgebungen für Linux an.

Im "täglichen Betrieb" erwies sich Ubuntu nach dem Installieren von Intels proprietären Grafiktreibern als responsives und angenehmes Betriebssystem. Im Vergleich zu Windows fällt eine "transparente" Speicherverwaltung auf, die zu weniger Swapping führt.

Selbst wenn man Applikationen für Windows 8 anbietet, spricht nichts dagegen, Ubuntu oder ein anderes Unix als Desktopsystem zu verwenden. Ich bin mit Ubuntu 13.04 seit einigen Wochen hochzufrieden.