Was ist neu in Java 7? Teil 1 – Produktivität

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Auf der Suche nach einer beinahe endlosen Geschichte mag man auch über Java 7 stolpern. Nachdem die Version 6 der Java Standard Edition (Java SE) am 11. Dezember 2006 erschienen war, soll vier Jahren, sieben Monate und voraussichtlich 17 Tage später der früher unter dem Codenamen Dolphin entwickelte Nachfolger unter der Versionsnummer 7 erscheinen. Zeit, sich die Produktivitätsfeatures genauer anzuschauen.

Entwickelt hat das neue Java im Rahmen des OpenJDK eine Open-Source-Community, die die kompletten Sourcen in der von Sun mit Java 6 begonnenen Tradition unter der GNU General Public Licence (GPL) zur Verfügung stellt. Seit Anfang des Jahres ist die sogenannte Entwickler-Vorschau des OpenJDK 7 funktional vollständig, und die Entwicklergemeinde ist seitdem aufgerufen, die letzten verbliebenen Fehler zu finden. Wenn der Plan klappt, steht die fertige Version ab 28. Juli zum Download bereit.

Was ist neu in Java 7?

Alle Artikel zur Reihe:

Die Java SE stellt die Basis-Plattform für Java-Anwendungen. Sie beschreibt nicht nur die Sprache Java, sondern auch deren Ausführungsumgebung (Java Virtual Maschine) und die Standard-APIs. Das alles geschieht unter dem Dach des Java Community Process (JCP). Der zu Java SE 7 gehörende JSR 336 (Java Specification Request) entspricht einer Sammlung vieler weiterer (Teil-)Spezifikationen. Gemeinsam sind allen Teilen die Zielkategorien für die neuen Funktionen. Wie der Chief Platform Architect der Java-Plattform, Mark Reinhold, auf der JavaOne 2010 ankündigte, dreht sich alles um Performance, Allgemeingültigkeit, Integration und Produktivität. In diesem und drei weiteren Artikeln werden die neuen Funktionen von Java SE 7 nach diesen Kategorien vorgestellt.

Mark Reinhold auf der JavaOne 2010

In der Kategorie "Performance" sind zumeist Erweiterungen an bestehenden Bibliotheken zu finden. Dazu zählen der JSR 166y (Fork/Join), aber auch die im JSR 203 gesammelten "New I/O APIs" (NIO.2). In der Kategorie "Allgemeingültigkeit" sind hauptsächlich die Erweiterungen an der JVM gesammelt, zu nennen ist hier vor allem der JSR 292 (Supporting Dynamically Typed Languages on the Java Platform). Die mit "Integration" überschriebene Gruppe der Änderungen versammelt vor allem Aktualisierungen an bestehenden Standards, beispielsweise in den Bereichen Unicode oder Kryptographie.

Unter dem Begriff "Produktivität" finden sich die Spracherweiterungen, die dieser Artikel vorstellt. In der Kategorie ist das Ziel der Verbesserungen für Java klar formuliert. Auch wenn Java als Programmiersprache vergleichsweise einfach und schnell einzusetzen und zu erlernen ist, können viele Dinge noch einfacher werden und dafür sorgen, dass Entwickler mit weniger Code mehr schaffen. Das Ziel verfolgt Java SE 7 an vielen Stellen, den größten Beitrag aber leisten die im JSR 334 zu findenden "Small Enhancements to the Java Programming Language", bekannt auch unter dem Namen Project Coin.