Was stimmt denn nun?

The World of IT  –  1 Kommentare
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Ich komme zunehmend zu der Überzeugung, dass es keine Wahrheit gibt. Human System Dynamics spricht deshalb auch von den vier Wahrheiten:

  • Objektive Wahrheit: Das ist üblicherweise etwas, das messbar ist (wobei wir über die Quantenphysik gelernt haben, dass sich kaum etwas objektiv messen lässt). Lassen wir die Quantenphysik außen vor, dann bezeichnet die objektive Wahrheit das, worauf nach unserem jetzigen Stand die Wissenschaft beruht. Also zum Beispiel könnte man als objektive Wahrheit bezeichnen, dass in der Luft, die uns umgibt, Sauerstoff enthalten ist.
  • Subjektive Wahrheit: Diese ist stark im Konstruktivismus verankert, das heißt, jeder hat vor allem basierend auf seiner Erfahrung seine eigene subjektive Wahrnehmung von etwas. Ein Beispiel könnte sein, ob man der Ansicht ist, dass es in einem Raum warm oder kalt ist.
  • Normative Wahrheit: Diese bezieht sich auf mehrere Personen, die miteinander interagieren. Damit sie dies können, haben sie sich auf bestimmte Dinge geeinigt, die sie als wahr oder falsch empfinden. Meist werden diese in Form von Regeln ausgedrückt, die die Interaktion ermöglichen. Das kann eine Einigung darüber sein, was man gemeinsam als Refactoring-würdig/-nötig erachtet.
  • Komplexe Wahrheit: Diese geht davon aus, dass alle bisher genannten drei Wahrheiten immer wahr sind und zutreffen, man sich aber situativ für eine der drei Wahrheiten entscheidet. Das passiert zum Beispiel auch dann, wenn man sich über die eigentlich akzeptierten Regeln hinwegsetzt, eventuell auch die subjektive Wahrheit einer Person als richtig akzeptiert (man selbst hat das aber nicht so gesehen) usw.
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Im täglichen Leben kommen wir immer wieder mit diesen Wahrheiten in Kontakt. Meiner Ansicht nach hilft es, sich der vier Wahrheiten bewusst zu werden, eventuell auch im Team mal zu analysieren, welche Art von Wahrheiten gerade "auf dem Tisch liegen", um sich dann bewusst für eine der Wahrheiten zu entscheiden. Das heißt vor allem, die komplexe Wahrheit sollte öfter zum Zuge kommen, indem tatsächlich erst mal honoriert wird, dass es unterschiedliche Wahrheiten gibt (keine ist der anderen überlegen) und wir aber zur Zusammenarbeit uns auf eine Wahrheit einigen müssen.

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