Was tun, wenn Visual Studio bei Umstellungsarbeiten tausende Fehlermeldungen liefert?

Der Dotnet-Doktor  –  1 Kommentare

Mit "Unload Projekt" kann man die zu kompilierenden Projekte und damit die Fehlerliste in Visual Studio auf eine überschaubare Menge reduzieren.

Größere Umstellungsarbeiten (beispielsweise Versionswechsel bei verwendeten Komponenten oder andere Refactoring-Arbeiten) sind in Softwareprojekten immer mal wieder möglich. Aktuell muss ich ein Kundenprojekt von Entity Framework Version 4.x auf Entity Framework 6.1.3 umstellen. Seitdem hat sich viel geändert – auch bei den Namensräumen.

Nach der Umstellung erscheinen anfangs typischerweise viele hundert, in meinem großen Projekt sogar viele tausend Fehlermeldungen in der "Error List" von Visual Studio. Das ist kein Grund zum Erschrecken: Viele Meldungen sind nur Folgefehler.

Mit folgender Strategie kriegt man auch lange Fehlerlisten nach dem "Teile und Herrsche"-Prinzip in den Griff:

  1. Der Fokus richtet sich zunächst auf die unterste Schicht des Projekts, die Datenzugriffsschicht. Alle anderen Projekte werden "entladen" mit der Funktion "Unload Projekt". Dadurch wird Visual Studio diese Projekte nicht mehr kompilieren. Die Zahl der gefundenen Fehlerl sinkt deutlich.
  2. Man behebt dann erst alle Fehler in dieser Schicht.
  3. Anschließend lädt man eine Schicht nach der anderen wieder hinzu.

Eine Alternative zum Entladen der Projekte wäre die Einrichtung eigener Projektmappen (.sln-Dateien) mit einer Teilmenge der Projekte. Das ist aber in der Regel etwas aufwändig und unflexibler.

In Visual Studio 2015 hat Microsoft nun als Alternative für die obige Vorgehensweise eine Filtermöglichkeit für Fehler eingebaut (Current Project, Open Documents, Current Documents und Entire Solution). Die obige Vorgehensweise bietet aber weiterhin einen individuellen Filter, den Visual Studio 2015 nicht bietet.