Web-Development: Weiterbildung im Alltag

"Ich roll' dann mal aus"  –  13 Kommentare

Die technischen Möglichkeiten im Web entwickeln sich schnell. Um auf dem aktuellen Stand zu bleiben muss man sich ständig weiterbilden.

Über das Jahr verteilt fahren diverse Kolleginnen und Kollegen der Webentwicklung ein- bis zweimal auf Fachkonferenzen, beispielsweise zur performance.now(), enterJS, CSSConf EU, secIT oder beyond tellerrand. Das sind immer gute Gelegenheiten, den eigenen Wissensstand aufzufrischen und sich mit anderen auszutauschen. Auch themenspezifische Seminare werden von uns immer mal wieder besucht.

Doch in einem Jahr passiert viel zu viel, als dass solche einzelnen Events ausreichen würden. Allein im Frontend gibt es (wenigstens gefühlt) das JavaScript-Framework der Woche, neue Accessibility-Möglichkeiten, Neuerungen bei Layout-Techniken, PWAs, Offline-Funktionalitäten, CSS-in-JS, Performance-Optimierungen, Aktualisierungen bei npm/yarn und dem favorisierten JavaScript Module Bundler und natürlich immer neue Browser-APIs. Aber auch abseits des Frontends ist es kaum übersichtlicher. Monolith oder Microservices? Möchte man beim neuen Projekt mal GraphQL einsetzen? Welches Tool überwacht die Code-Coverage am besten? Und auch Docker und Kubernetes entwickeln sich rasch weiter.

In all diesen Bereichen kann man sich nicht gleichzeitig in der Tiefe auskennen und auf dem aktuellen Stand sein. Den Überblick zu behalten ist jedoch wichtig, um zu wissen, was davon sinnvoll für einen ist und wo man sich noch mehr mit beschäftigen sollte. Oder was bei einer Refaktorierung oder einem neuen Projekt eventuell für eine neue Technik in Frage kommt.

Wir haben 100 Leute gefragt ...

Sicherlich geht jeder Mensch mit dieser Herausforderung anders um. Daher möchten wir hier nur mal ein Beispiel geben, wie unsere Abteilung sich dem Thema annimmt und haben ein bisschen herumgefragt, mit welchen Mitteln die Kolleginnen und Kollegen ihr Wissen im Alltag aktuell halten.

Twitter

Viele von uns verfolgen unterschiedliche User auf Twitter, die einen dann wieder zu interessanten neuen Themen bringen oder eine wertvolle Diskussion anstoßen. Ein paar seien hier beispielhaft genannt: @katiehempenius (Performance), @chriscoyier und @css (Frontend), @ireaderinokun (Frontend), @tylermcginnis (JavaScript/React), @Una (Frontend), @brad_frost (CSS, JavaScript), @sarah_edo (vue.js), @addyosmani (Chrome, Dev-Tools), @SaraSoueidan (SVG, a11y, CSS) und @climagic (hilfreiche bis amüsante CLI-Tipps).

(Fach-)Blogs/Websites

Auch die klassische Website erfreut sich immer noch großer Beliebtheit. Meist kommt man von Twitter-Usern weiter zu einem Blog, der das angesprochene Thema dann vertieft, oder abonniert eine Seite dauerhaft. Auch hier wieder ein paar Beispiele: https://wdrl.info/ (Web-Dev-Newsletter), https://tympanus.net/codrops/ (Design & Dev-News, Tutorials), http://www.interaction-design.de/ (Interface Design & Usability), https://csswizardry.com/ (Frontend & Performance), https://blog.jessfraz.com/ (u.a. Container & Kubernetes), https://www.heise.de/developer/ (News aus der Developer-Welt), https://dev.to/ (Artikel zu Software-Entwicklung), https://web.dev/ (Googles Plattform zu Web-Development) und https://dev.tube/ (Video-Sammlung zur Softwareentwicklung).

Podcasts

Auch Podcasts wurden bei der Umfrage genannt, aber sie sind weniger stark vertreten. Selbstverständlich wird hier nicht Code vorgelesen, sondern es geht häufig um die Themen drumherum, wie Architekturen, Vor- und Nachteile von Frameworks oder das Vorstellen einer neuen Technik. Auf Deutsch wurde bei uns Working Draft (Web-Developer und -Designer) genannt und aus dem englischen Sprachraum Fullstack Radio (hauptsächlich Frontend).

Massive Open Online Courses (MOOCs)

Online-Kurse haben in den letzten Jahren gewaltig zugelegt und professionalisieren sich immer mehr. Mittlerweile gibt es sogar eigene abschlussartige Zertifikate, die auch direkt in Job-Plattformen wie LinkedIn übernommen werden können. Vor uns haben diese Kurse auch nicht Halt gemacht und so haben wir beispielsweise Weiterbildungsangebote bei DataCamp, Code School/Pluralsight, codecademy oder auch Udacity genutzt. Die Vorteile sind hier ganz klar: Die Angebote sind aktuell, es gibt viele Inhalte kostenlos, man kann häufig jederzeit einsteigen und die Qualität der Kurse ist zumeist auch gut.

Print und Projekt-Alltag

Gedruckte Bücher finden tatsächlich immer weniger Anklang, was aber vermutlich auch der Schnelllebigkeit der Themen geschuldet ist und dass Strg | F nicht funktioniert. Natürlich kommen wir auch bei der Recherche zu auftretenden Problemen oder wenn wir uns in ein frisches Projekt einarbeiten zu neuen Erkenntnissen. Stack Overflow und MDN sind hierbei häufig aufgerufene Seiten.

Fazit

Die Welt der Softwareentwicklung bewegt sich rasant und wird dabei nicht unbedingt immer einfacher. Gleichzeitig war der Zugang zu freiem Wissen wohl noch nie so einfach. All das verfügbare Wissen in sich zu vereinen und aktuell zu halten dürfte alleine schon einen Vollzeitjob übersteigen – wichtig ist lediglich den Überblick zu behalten und zu wissen, wo man sich bei Bedarf weiterbilden kann.

Wir hoffen unser Einblick war interessant für euch, aber nun interessiert uns natürlich: Womit haltet ihr euch so auf dem Laufenden?