Webserver sind verwundbar

Die mobile Denkfabrik  –  1 Kommentare

Beim Entwurf eines redundanten Serververbunds tritt die Versuchung auf, das Finden der Server über eine per HTTP ansprechbare Liste zu realisieren. Der dahinter stehende Gedanke ist, dass die von professionellen Hostern angebotenen Dienstleistungen im Allgemeinen hoch zuverlässig sind.

Im Rahmen der Entwicklung des wissenschaftlichen Taschenrechners TouchCalc wurde der langjährige Webhost der Tamoggemon als Anbieter der Server-Quelldatei engagiert. Vor einigen Tagen kam es dort zu einem mehrstündigen Ausfall – der Effekt davon war, dass die TouchCalc-Clients ihre Server nicht mehr auffinden konnten.

Die Redundanz des Serversystems – Pirna-Server stehen in Pressburg, Wien und einigen anderen Städten – war durch den Verlust des "Zentralservers" außer Gefecht gesetzt. Im Log (und in den Werbeeinnahmen) äußert sich das als "Gap", die Kundenverluste können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abgeschätzt werden.

Der klassischste und einfachste Workaround besteht darin, die Liste an zwei verschiedenen Orten vorzuhalten. Selbst bei sehr großen Applikationen genügt es normalerweise, ein winziges Paket zu verwenden – ein für seine Lästigkeit bekannter Domain-Provider bietet Domain-Inhabern einige Megabyte kostenlos an.

Als Alternative wäre das lokale Speichern der zuletzt heruntergeladenen Serverliste denkbar. Dabei tritt allerdings das Problem auf, dass ein "neuer" Klient noch keine Liste hat – wenn der Kunde das Programm das erste Mal startet und vor geschlossenen Türen steht, wirkt sich das auf die Retention Rate alles andere als positiv aus.

Wie gehen Sie in ihrem Unternehmen mit dieser Problematik um?