Wenn Hardware Software finanziert

Die mobile Denkfabrik  –  1 Kommentare

Es steht außer Frage, dass das derzeitige (Spiele-)Monetarisierungskonzept über kurz oder lang an seine Grenzen stößt. Sonst sind Handyspiele irgendwann einmal einarmige Banditen, in die man pro Zug einen Cent einwirft.

Die Userschaft wird auf diesen Zustand – nennen wir ihn Peak IAP – mit einer höchst verstörenden Reaktion antworten. Derartige Spiele werden irgendwann nur noch von Süchtigen gezockt – der Rest des Markts übt sich in nobler oder weniger nobler Zurückhaltung.

Im Rahmen einer Gruppe von Sessions auf der DWX kristallisierte sich eine alternative Vorgehensweise heraus. Da Hardwarehersteller von Apps profitieren, könnten sie doch eigentlich auch ihren Beitrag zum Wohlergehen der Entwickler leisten. Hierzu wären zwei Vorgehensweisen denkbar.

Der Klassiker schlechthin wäre die Wiederbelebung des von HP eingeführten Gutscheinsystems. Wer einen iPAQ kaufte, bekam in der Schachtel einen Voucher für einige bezahlte Apps. Warum sich diese damals bahnbrechende Idee nicht weiter durchsetzen konnte, ist dem Autor bis heute unklar.

Zweitens könnte man sich auf ein 'literarische Kultusgemeinde'-Modell einigen. Dabei wird die Gesamtnutzungszeit der Apps analysiert und das Geld danach aliquot aufgeteilt.

In beiden Fällen steht der Hardwarehersteller auf der Gewinnerseite. Das Abonnement könnte einfach nicht mehr verlängert werden, wenn der User ein neues Handy kaufen sollte – dass die Gutscheine irgendwann ausgehen, folgt aus der Logik.

Mindestens ebenso interessant ist, dass die Anbieter auf diese Art und Weise in einen Konkurrenzkampf um Entwickler gedrängt werden: das in Zeiten von PalmGear und Co populäre Verhandeln um Exklusivität würde neuen Schwung aufnehmen.