Wintel, nein danke!

Die mobile Denkfabrik  –  0 Kommentare

Die Woche vor dem Mobile World Congress gehört traditionell den Chipherstellern – sie zeigen in dieser Zeit ihre neuen Prozessoren, ohne den (geplanten) Leaks ihrer Hardwarehersteller in die Quere zu kommen. Dieses Mal hob sich Nvidia besonders aus der Masse hervor. Die Grafikschmiede spielt seit Jahren auch im Handyprozessor-Bereich mit – das vor 20 Monaten aufgekaufte DSP-Unternehmen Icera brachte mit dem Tegra 4i einen Vierkernprozessor samt integriertem LTE-Modem auf den Markt.

Trotz aller Kinderkrankheiten wie dem auf ARMv9 basierenden Hauptprozessor überrascht die Ankündigung – das als "Sample" vorgesehene Gerät ist ein Bolide mit 5-zölligem FullHD-Bildschirm. Laut der Prognose von Nvidia ist dieser Spezifikationsstand schon im nächsten Jahr in der Mittelklasse Standard.

Faszinierend ist die enorme Geschwindigkeit der Weiterentwicklung. Anders als im PC-Markt – hier sind die Karten zwischen AMD und Intel mehr oder minder fix verteilt – kämpfen im Bereich der Mobilprozessoren mehrere Hersteller mit harten Bandagen um die Vorherrschaft. Besonders interessant wird die Situation durch die Rolle des englischen Dienstleisters ARM. Dort entstehen die Prozessorkerne, die Qualcomm, Nvidia und Co. in Silizium gießen. Daraus folgt eine verteilte Entwicklungsarbeit – die Prozessoren sind identisch, die Hersteller differenzieren sich mit Grafikchip und Stromsparfunktion.

Und Intel? Die x86-Giganten haben ihre ARM-Abteilung schon vor Jahren abgestoßen. Die damalige Begründung war, dass man seinen Entwicklern nicht den Grad an Unterstützung geben kann, den sie im x86-Bereich bekommen.

Der Käufer Marvell erlitt mit der Division übrigens Schiffbruch – die marktbeherrschende Position der XScale-Chips endete wenige Monate nach dem Verkauf. Intels eher halbherzige Versuche mit Atom-CPUs für Smartphones seien hier aufgrund Bedeutungslosigkeit gar nicht erwähnt ...

Kurz gesagt: es bleibt spannend! Der Gewinner ist jedenfalls klar – dieser Kampf dient dem Anwender.

PS: Der Mobilist berichtet live vom MWC – bleiben Sie also treu!