YouTube: Konvenienz erzwingt Konvergenz

Die mobile Denkfabrik  –  0 Kommentare

Wir haben in den letzten Wochen diverse Anwendungsfälle von Smart TVs kennengelernt. Sie haben ein gemeinsames Problem: die Eingabe von Texten artet in nervtötende Arbeit aus. Google prescht nun mit einem interessanten Ansatz vor.

YouTube hat sich im Laufe der Jahre als "MP3-Player-Ersatz" etabliert: Das Streamen eines Konzerts samt Visuals ist nun mal witziger als das Abspielen einer normalen MP3-Datei. Smart TVs sind seit einiger Zeit zur Wiedergabe derartiger Filme befähigt.

Neuere Clients zeigen ein sehr ungünstig gestaltetes Suchfenster an. Die Eingabe der Zeichen erfolgt durch vertikales Scrollen: wer von A zu Z wechseln möchte, muss 26 Mal auf den Nach-Links-Button drücken. Die Eingabe eines Videotitels artet rasch in Arbeit aus.

Diese Suchmaske ist ein Antipattern erster Klasse (Bild: (c) abc texte / Dr. Doris Maria KOHRS)

Wer den weiter unten eingeblendeten Link eingibt, kann sein Android-Smartphone mit dem Fernsehgerät paaren. Ab diesem Zeitpunkt kann er den wiederzugebenden Inhalt über die am am Smartphone laufende YouTube-Applikation aussuchen. Die Übertragung zum Fernsehgerät erfolgt über einen Servers im Hause Google – die beiden Geräte müssen nicht im selben Netzwerk sitzen.

Dies ist aus Sicht von YouTubes Eigentümer mehr als hilfreich: dank der Paarung kann das Unternehmen das "YouTube-Fernsehverhalten" von Nutzern verfolgen, die sich normalerweise nie einloggen würde. Dass der vom Suchmaschinenanbieter angebotene Suchdialog unkomfortabel gestaltet ist, ist diesem Ziel nicht abträglich: Desto besser die am Fernseher befindliche App funktioniert, desto weniger ist der User zum Anmelden seines Smartphones motiviert.