Zukunft der Webentwicklung: Webkomponenten und Progressive Web Apps, Teil 2

Bei Progressive Web Apps handelt es sich um Webanwendungen, die sich ähnlich wie ihre nativen Gegenstücke anfühlen. Davon kann insbesondere die App-Programmierung profitieren.

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Zukunft der Webentwicklung: Webkomponenten und Progressive Web Apps, Teil 2

Wer mit seiner App auf Smartphones präsent sein möchte, hat viele Möglichkeiten zur Umsetzung. Die einfachste ist sicherlich, die App als "Internetseite" ins Netz zu stellen. Hier sind nur Browserunterschiede zu beachten, und es gibt keine Probleme mit Updates. Solche Web-Apps sind zwar von vielen Smartphone-Funktionen abgeschnitten, diese werden aber nicht immer benötigt. Nun finden sich in den App-Stores aber viele Angebote, die auch als Web-App funktionieren würden. Warum das so ist und wie die sogenannten Progressive Web Apps hier Abhilfe schaffen sollen, ist Thema dieses Artikels.

Ein zentraler Vortrag zu den im Folgenden vorgestellten Progressive Web Apps lässt keinen Zweifel daran, dass Google mit der Verbreitung von Web-Apps auf mobilen Geräten unzufrieden ist.

Die Protagonisten meinen auch zu wissen, was dafür verantwortlich ist: Zum einen seien Webanwendungen nicht "app-like" genug. Man kann sie nicht vom Homescreen aus starten, und sie können keine Benachrichtigungen anzeigen, wenn sie nicht explizit gestartet wurden. Zum anderen funktionieren sie nicht mehr, wenn man offline ist. Seit Anfang 2015 beherrscht Chrome Techniken, mit denen Google gegensteuern möchte. Ein Jahr später zog Firefox nach, bei Microsoft ist die Sache wohl in Arbeit. Ein Mitte 2015 von Googles Mitarbeiter Alex Russel veröffentlichter Blogbeitrag hat diesen Techniken einen Stempel aufgedrückt: Progressive Web Apps (PWA).

Der Begriff erinnert an "Progressive Enhancement", also die Fähigkeit einer Webseite, Möglichkeiten des Browsers zu nutzen, ohne auf sie angewiesen zu sein. PWA überträgt das auf die Fähigkeit einer Web-App, stufenweise zur nativen App zu mutieren – oder präziser: Vom Standpunkt des Nutzers aus verhält sie sich wie eine native App. Mit Anwendungen, die über App Stores vertrieben werden, hat das nichts zu tun, auch wenn diese mit dem Web-Stack (HTML, CSS, JavaScript) erstellt wurden. Es geht um simple Internet-Adressen. Die Seiten beziehungsweise Anwendungen, die darüber aufgerufen werden, sind ganz normal nutzbar. Dass sie mehr können, fällt Anwendern erst auf, wenn sie eine PWA-fähige Umgebung verwenden. Ohne Verschlüsselung (https) kommt man hier allerdings nicht weit. Nur während der Entwicklung ist ein Laden von "http://localhost" möglich.