Zusammenfassung des ersten Tages von Microsofts connect();-Konferenz

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Microsofts Connect(); ist eine Veranstaltung für Softwareentwickler, die Microsoft seit 2014 durchführt. Sie ist primär auf das Zuschauen im Internet ausgerichtet. Zu den Keynotes, die in New York stattfinden, sind nur wenige ausgewählte Gäste geladen. Alle übrigen Veranstaltungen werden typischerweise im Studio ohne Publikum aufgezeichnet.

Gestern gab es wieder das inzwischen im November übliche Feuerwerk von Neuankündigungen auf der Konferenz connect(); 2016 rund um Microsofts Entwicklerprodukte:

  • Wieder eine Sensation zum Thema Microsoft und Linux: Microsoft wird Mitglied der Linux Foundation und stellt dort zukünftig ein Vorstandsmitglied! Zeitgleich wird Google Mitglied bei der .NET Foundation!
  • Microsoft hat ein Visual Studio für Mac OS X vorgestellt. Die neue IDE ist jedoch keine Portierung des bisherigen Visual Studio, das nur auf Windows läuft, sondern nur eine erweiterte Version des Anfang 2016 im Rahmen der Akquise von Xamarin miterworbenen Produkts Xamarin Studio, das wiederum auf dem kostenfreien Mono Develop fußt. Im ersten Schritt unterstützt die neue IDE im Sinne der Microsoft-Strategie "Mobile First, Cloud First" lediglich die Entwicklung von Xamarin-Apps für iOS und Android sowie Webanwendungen und REST-basierte Webservices mit .NET Core. Bei den Programmiersprachen kann der Entwickler zwischen C# und F# wählen.
  • Visual Studio "15" heißt jetzt Visual Studio 2017 und ist ab sofort als Release Candidate verfügbar.
  • Visual Studio 2017 und Visual Studio for Mac bieten für Xamarin Forms nun eine grafische Preview-Ansicht. Bisher konnten Entwickler XAML-Tags im Editor verfassen und sahen das Resultat erst zur Laufzeit. Die grafische Gestaltung per Maus, die Entwickler von Windows Presentation Foundation (WPF), Silverlight oder Windows Universal Apps gewohnt sind, ist auf einer Xamarin-Forms-Oberfläche allerdings weiterhin nicht möglich.
  • .NET Core, ASP.NET Core und Entity Framework Core sind in der Version 1.1 erschienen.
  • ASP.NET Core 1.1 soll 15 Prozent schneller sein und rüstet zahlreiche Funktionen (ULR Rewriting, Response Cache, HTTP-Komprimierung, neuer Prozess-Host WebListener, Nutzung von View Components per Tag Helper, neue Speicherorte für sensible Daten) nach.
  • In Entity Framework Core 1.1 stellt Microsoft einige Programmierfunktionen aus dem Vorgänger Entity Framework 6.1 wieder zur Verfügung, die in Entity Framework Core 1.0 fehlten. Dazu gehört die Suche nach Objekten im Cache mit Find(), das explizite Nachladen verbundener Objekte mit Load(), das erneute Laden bereits geladener Objekte mit Reload() sowie die einfache Abfrage alter und neuer Objektinhalte mit GetDatabaseValues() und GetModifiedProperties(). Auch das Mapping auf einfache Fields anstelle von Properties und die Wiederaufnahme abgebrochener Datenbankverbindungen (Connection Resiliency) zum Microsoft SQL Server oder SQL Azure ist wieder möglich. Ganz neu ist die Möglichkeit, Objekte auch auf die speicheroptimierten Tabellen von Microsoft SQL Server 2016 abzubilden. Außerdem haben die Macher die API vereinfacht, mit der sich Standardfunktionen von Entity Framework Core durch eigene Implementierungen ersetzen lassen.
  • Mit .NET Core 1.1 kommen Linux Mint 18, OpenSUSE 42.1, macOS 10.12 und Windows Server 2016 als Betriebssysteme hinzu. Samsung liefert künftig auch .NET Core für Tizen. Ein weiterer Schritt in Richtung Plattformunabhängigkeit der Microsoft-Produkte stellt .NET Core für das Tizen-Betriebssystem dar, das Samsung, seit Juni 2016 Mitglied der .NET Foundation, zusammen mit entsprechenden Visual-Studio-Werkzeugen entwickelt hat.
  • Der Team Foundation Server "15" erhält wie Visual Studio die Versionsnummer 2017. Er hatte bereits zuvor das Stadium Release Candidate 2 erreicht und steht nun als RTM-Version zur Verfügung.
  • Das neue Visual Studio Mobile Center ist eine Cloud-Anwendung, die auf Github gehosteten Quellcode für iOS- und Android-Apps automatisch bei jedem Commit übersetzt, auf echter Hardware testet und erfolgreich getestete App-Pakete an Beta-Tester verteilt. Auch eine Nutzungsanalyse und Laufzeitfehlerüberwachung ist möglich. Die unterstützten Programmiersprachen sind Objective-C, Swift, Java und C# (Xamarin). Die Unterstützung für Cordova- und Windows Universal Apps ist geplant.
  • SQL Server für Linux: Im März hatte Microsoft angekündigt, den hauseigenen SQL Server künftig auch für Linux anzubieten. Nun steht eine Preview-Version des Datenbankservers für Red Hat Enterprise Linux, Ubuntu Linux, macOS und Windows sowie Docker zur Verfügung. Eine Variante für Suse Linux Enterprise Server soll bald folgen. Das aktuelle Release heißt SQL Server vNext Community Technology Preview und stellt eine Weiterentwicklung des SQL Server 2016 dar, wobei neue Features neben der Plattformunabhängigkeit weder in der Keynote gezeigt wurden noch bisher auf der Internetseite genannt werden.
  • Für den SQL Server 2016 steht ab sofort ein Service Pack 1 bereit, das neben Fehlerbehebungen wesentliche Verbesserungen im Lizenzmodell enthält. Zahlreiche Funktionen, für die bisher eine kostspielige Enterprise-Lizenz notwendig war, stehen nun auch in der Standardversion und sogar in der kostenfreien Expressvariante zur Verfügung. Dazu gehören Row-Level-Security, Data Masking, Always Encrypted, Kompression und Partitionierung sowie die in SQL Server 2014 und 2016 eingeführten In-Memory-Funktionen wie der Column Store.