15 Jahre PHP

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Am 8. Juni 1995, heute vor 15 Jahren, hob Rasmus Lerdorf mit einem Posting in der Usenet-Newsgruppe comp.infosystems.www.authoring.cgi PHP aus der Taufe. Die "Personal Home Page Tools", die er seinerzeit in der Version 1.0 verkündete, waren ursprünglich als Werkzeug gedacht, um Bewerbungsanfragen auf einer Website zu verwalten. Sie als Open Source zur Verfügung zu stellen (damals noch unter der GPL, seit Version 4.0 unter der PHP Licence) sorgte dafür, dass Lerdorfs in C geschriebener PHP-Software einem breiten Publikum bekannt wurde.

Mit dem heutigen PHP hat die damalige Version 1.0 nicht mehr viel gemein. Für "ernsthafte" Anwendungen war zuerst PHP/FI (FI steht für "Form Interpreter") geeignet, die Version 2.0, die im November 1997 erschien. Doch nur hart gesottene Entwickler oder solche, die schon lange dabei waren, beschäftigten sich mit der Skriptsprache, die es Programmierern ermöglichte, mehr Dynamik in ihre sonst statischen HTML-Seiten zu bringen.

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Den großen Sprung schaffte PHP mit der Version 3.0, die am 6. Juni 1998 veröffentlicht wurde. Mit ihr wurde die Entwicklung von einer Person auf mehrere Personen verteilt. Zeev Suraski und Andi Gutmans, die Gründer der Firma Zend Technologies, hatten für diese Version die Basis der Sprache neu geschrieben, wodurch sie schneller und moderner wurde.

Es sollte noch einige Zeit dauern, bis moderne Sprachkonstrukte wie Objektorientierung Einzug in die Sprache hielten – mit der Veröffentlichung der Version 4.0 am 22. Mai 2000 bekam PHP nicht nur die Objektorientierung, sondern auch mit der Zend Engine eine Mischung aus Interpreter und Compiler, der in zwei Schritten den Programmcode interpretiert, kompiliert und über einen Bytecode-ähnlichen Mechanismus die so entstandenen Opcodes ausführt. Dadurch wurde die Performance der Sprache deutlich schneller.

PHP versuchte allerdings nicht nur das Web zu erobern, mit dem Release von 4.30 im Dezember 2002 hielt auch CLI (command line interface) Einzug in die Sprache. PHP ließ sich nun ohne lästigen CGI-Overhead auf der Kommandozeile ausführen, Parameter ließen sich bequem parsen und vieles andere mehr. Entwickler, die bisher zusätzlich Shell-Skripte zum Beispiel für das Deployment schreiben mussten, konnten das jetzt auch mit PHP tun und sich so den Zugriff auf bereits vorhandene Komponenten erleichtern.

Als bedeutendsten Wendepunkt der Sprache dürfte die Veröffentlichung von PHP 5.0 im Jahr 2004 gelten. Die neue Zend Engine II erhielt ein aufgefrischtes Objektmodell und in den Folgeversionen, insbesondere mit Version 5.3 im Juni 2009, viele Erweiterungen nebst moderner Sprachkonstrukte wie Namespaces, Closures, Late Static Bindings und nativen PHP-Archiven.

Die Entwicklung an PHP 6.0 stand in den vergangenen zwei Jahren immer wieder auf dem Programm. Es sollte eine vollständige Unicode-Unterstützung bieten, mit der sich selbst Methodennamen in anderen Sprachen wie Chinesisch schreiben lassen sollen. Die Entwicklung daran hakte jedoch immer wieder, sodass einige Funktionen dafür in die Version 5.3 "zurück wanderten". Welch großen Wurf Version 6 bringen wird und ob sie wie beabsichtigt das "Unicode-Release" wird, lassen die Entwickler noch offen. (Björn Schotte)

Siehe dazu auch:

  • PHP im heise Software-Verzeichnis
(ane)
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