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ASQF-Umfrage: Grundsätzlich positive Stimmung durch Fachkräftemangel getrübt

In seiner Umfrage zu Qualitätstrends in der Softwareentwicklung kommt der "Arbeitskreis für Software-Qualität und -Fortbildung" zu einer zwiegespaltenen Beurteilung.

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Auch im "Branchenreport für die deutschsprachige IT-Branche zu Qualitätstrends in der Software-Entwicklung", der auf den Ergebnissen einer Umfrage des "Arbeitskreises für Software-Qualität und -Fortbildung" (ASQF) beruht, wird die eigentlich positive Stimmung in der deutschen IT-Branche durch den Mangel an Fachkräften getrübt. Denn über drei Viertel der Unternehmen bewerteten die gesamtwirtschaftliche Lage positiv und gingen davon aus, dass die Wirtschaft im weiteren Jahresverlauf weiter wachse, und 60 Prozent planen Neueinstellungen in diesem Jahr. Zugleich empfanden 80 Prozent der Befragten, von denen sich zwei Drittel als Führungskräfte bezeichneten, den Fachkräftemangel als größten Hemmnisfaktor für die Entwicklung ihres Unternehmens.

Neben Testautomatisierungen und der konsequenten Umsetzung der Prozesse setzen die Unternehmen in verstärktem Maße auf die Aus- und Weiterbildung ihrer Mitarbeiter.

(Bild: ASQF-Umfrage 2014)

Den ASQF dürfte es freuen, dass Unternehmen in der Rückbetrachtung über die letzten Jahre heute offenbar mehr in Softwarequalität und Fortbildung investieren, um am Markt wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch scheint das Bewusstsein für Softwarequalität und Weiterbildung in allen IT-gestützten Branchen an Bedeutung zu gewinnen. So haben laut 70 Prozent der Befragten die Investitionen in die Qualitätssicherung ihrer Firmen zugenommen, bei über 20 Prozent gar erheblich. Das habe sich nach Meinung vieler ausgezahlt, da bei fast zwei Drittel der Befragten deutlich weniger oder gar keine Fehler mehr auftraten.

Zur Sicherung der Qualität setzt man vorrangig auf Tools, Testautomatisierung und die konsequente Umsetzung der Prozesse, vor allem aber auf die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Als wichtigste Indikatoren zur Qualitätssteigerung der vergangenen Jahre sind der Studie zufolge die allgemeine Steigerung des Bewusstseins für Qualität durch Verbände und Konferenzen, eine verbesserte Fach- und Hochschulausbildung und die Einführung von Personalzertifikaten wie ISTQB Certified Tester zu nennen. Jedoch auch die Einführung agiler Methoden wie Scrum und Kanban sowie das große Angebot an Veranstaltungen zur Qualitätssicherung spielen wohl eine gewichtige Rolle. Die Investitionsbereitschaft in Weiterbildung ist anscheinend weiterhin konstant hoch. Wie schon in den Jahren 2012/2013 sind mehr als 70 Prozent der Befragten bereit, Zeit und Geld in Weiterbildungsmaßnahmen zu investieren.

An der Umfrage nahmen 250 Personen teil, davon waren knapp zwei Drittel ASQF-Mitglieder, was die teilweise optimistischen Ergebnisse erklären dürfte. 44 Prozent der Teilnehmer kommen aus kleinen und mittelständischen Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern, weitere 13 Prozent sind bei Unternehmen mit 250 bis 1000 Beschäftigten angestellt, etwas mehr als ein Viertel der Befragten stammte aus Unternehmen mit über 1000 Angestellten. (ane)