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AWS veröffentlicht Version 1.0 der angepassten Elasticsearch-Distribution

Die Open Distro for Elasticsearch enthält im 1.0.0-Release Kibana und Elasticsearch jeweils in Version 7.0.1 und ist als Docker-Image verfügbar.

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Die im März angekündigte neue Distribution von Elasticsearch ist nun in der ersten Hauptversion verfügbar. Amazon Web Services (AWS) hat die Variante mit dem Namen Open Distro for Elasticsearch 1.0.0 veröffentlicht und setzt dabei auf Elasticsearch 7.0.1 und Kibana 7.0.1. Außerdem existieren Plug-ins unter anderem für Security, SQL und Alerts.

Mitte März hatte AWS die angepasste Elasticsearch-Distribution erstmals angekündigt. In einem Blogbeitrag hatte der Vizepräsident des Cloud-Providers Adrian Cockroft als Grund für das Vorgehen genannt, dass seit Mitte 2018 nach und nach proprietärer Code in das Open-Source-Projekt eingeflossen sei. Dessen Auswirkungen und die weiteren Pläne von Elastic seien für Nutzer schwer einzuschätzen.

Daher habe man sich bei AWS entschlossen, eine eigene Distribution anzubieten, die komplett quelloffen verfügbar ist und bleiben soll. Lizenziert ist die angepasste Distribution unter der Apache-2-Lizenz, die auch für Teile von Elasticsearch gilt, das allerdings insgesamt eine gemischte Lizenz verwendet. Der Plattformanbieter hatte zudem angekündigt, zusätzliche Funktionen zu entwickeln. Dabei wolle man explizit keinen Fork erstellen, sondern die Neuerungen auch für das ursprüngliche Projekt bereitstellen. Ähnlich geht AWS bei der OpenJDK-Distribution Amazon Corretto vor.

Elastic hatte seinerzeit mit einem eigenen Blogbeitrag auf die Ankündigung von AWS reagiert und darin betont, dass der Open-Source-Code von Elasticsearch immer der gleiche unter derselben Lizenz geblieben sei und das Unternehmen kommerzielle Features transparent eingebunden habe. Eine engere Einbindung habe AWS zwar vorgeschlagen, aber Elastic hätte abgelehnt, einzelnen Unternehmen eine Sonderrolle zukommen zu lassen. Schließlich stünden die Pull Requests zum Einbringen neuer Features allen Entwicklern offen.

Die Version 1.0.0 der Open Distro for Elasticsearch enthält neben Elasticsearch auch Kibana jeweils in Version 7.0.1 und ist damit bei der Basis technisch auf dem Stand vom April diesen Jahres. Elastic hatte vor Kurzem das 7.2-Release veröffentlicht, das ein umfangreiches Security Information und Event Management (SIEM) eingeführt hat. Allerdings ist es für eine angepasste Distribution der Normalzustand, leicht hinter dem Original zu bleiben.

Als zusätzliche Funktionen bietet die Open Distro unter anderem eine neue Konfigurations-Syntax für Elasticsearch Security. Außerdem enthält sie einen Job-Scheduler, der ein Service-Provider-Interface (SPI) bereitstellt, über das andere Plug-ins das Ausführen regelmäßiger Aufgaben verwalten können. Ergänzungen für Elasticsearch SQL erweitern zudem die Testabdeckung und ermöglichen das Aktivieren und Deaktivieren einzelner SQL-Features.

Weitere Details zum 1.0.0-Release der Open Distro for Elasticsearch finden sich im Open-Source-Blog von AWS. Die Distribution ist als Docker-Image mit Elasticsearch beziehungsweise mit Kibana über Docker Hub verfügbar. AWS hat zudem eine Anleitung veröffentlicht, wie sich Plug-ins installieren und konfigurieren lassen. (rme)