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Ada-Entwicklungsumgebung GNAT Pro unterstützt Android-Systeme

Java beziehungsweise Android wird vor dem Hintergrund unterstützt, dass die Verwendung standardisierter tragbarer Geräten in kritischen Umgebungen offenbar zunimmt.

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Die Version 7.2 der Ada-Entwicklungsumgebung GNAT Pro erweitert die Unterstützung für ARM-Plattformen um Android. Unterstützt werden dabei Android 2.3 und höher auf minimal Cortex-A8-Prozessoren. So wird es möglich, Anwendungen mit gemischtem Ada- und Java-Code zu erstellen. Mit der Kombination sollen laut Hersteller AdaCore Entwickler die Vorteile von Ada beim Software-Engineering nutzen und gleichzeitig auf die Java-Bibliotheken von Android zurückgreifen können.

Android wird vor dem Hintergrund unterstützt, dass die Verwendung standardisierter tragbarer Geräte in missionskritischen Umgebungen zunehme. In diesen Systemen werden das Original-Betriebssystem und die Consumer-orientierten Anwendungen durch angepasste Versionen und spezifische Software ersetzt, die proprietäre oder vertrauliche Algorithmen verwenden. GNAT Pro für Android bietet Entwicklern dafür eine Lösung durch die Generierung nativen ARM-Codes für die Algorithmen sowie durch den Zugang zur allgemeinen Android-Grafik-Bibliothek für die Benutzeroberfläche.

GNAT Pro 7.2 umfasst außerdem eine neue Version von GNATbench, AdaCores Plug-in für die Entwicklungsumgebung Eclipse. Neben allgemeinen Überarbeitungen enthält das neue Release ein spezielles Plug-in zur Unterstützung der gemischten Ada-Java-Entwicklung unter Android. Mit einem Wizard, der alle Setup-Details eines Projekts steuert, müssen die Benutzer dafür die Ada-Pakete spezifizieren, die aus der Java-Anwendung aufgerufen werden. Beim Build des Projekts wird dann automatisch das Ada-Java-Schnittstellensystem AJIS aufgerufen; damit wird der für den Aufruf des Ada-Codes erforderliche Java-Code generiert. Der Ada-Code wird in eine gemeinsam genutzte Bibliothek kompiliert, auf die von der Java-Seite verwiesen wird und die den Code im Java-Projekt verfügbar macht.

Alle Änderungen am Set der Ada Interface Packages oder am Ada-Code in den Packages werden automatisch erkannt und vom Builder zurückgewiesen. Der generierte Java-Code setzt auf hoher Abstraktionsebene an und soll die fehleranfällige direkte Verwendung von JNI (Java Native Interface) vermeiden. Außerdem sind die Ada- und Java-Codeteile in die IDE integriert, sodass damit beispielsweise die Navigation innerhalb des Editors möglich ist. Schließlich wird das Debuggen des Ada-Codes über die Eclipse-GUI von Eclipse beziehungsweise über die des CDT Debugger (C/C++ Developement Tools) unterstützt. (ane)