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Adobe stellt mobiles Flash-Plugin ein

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Der Softwarehersteller Adobe will offenbar die Entwicklung am Flash-Plug-in für Mobilgeräte einstellen und stattdessen das Augenmerk verstärkt auf Anwendungen legen, die mit Adobes Integrated Runtime (AIR) und solche, die mit HTML5 erstellt werden. Das geht aus einem Bericht des US-amerikanischen Online-Magazins ZDNet hervor, das aus einer Adobe-internen Ankündigung zitiert. Die offizielle Bekanntmachung soll heute folgen. [Update: Ein Sprecher von Adobe bestätigte mittlerweile den Abschied von Flash auf mobilen Geräten: "Stattdessen werden wir verstärkt in HTML5 investieren", sagte Alexander Hopstein von Adobe gegenüber dpa.]

Betroffen sind von der Entscheidung vor allem zwei Betriebssysteme: Android und RIMs Playbook OS. Adobe will diese jedoch weiterhin mit kritischen Fehlerbeseitigungen und sicherheitsrelevanten Überarbeitungen bedienen. Auch können bestimmte Smartphone-Hersteller, die die Software lizenziert haben, eigene Flash-Player-Versionen veröffentlichen – allerdings ohne offizielle Unterstützung von Adobe. Der Flash Player für den Desktop soll von der Neuorientierung nicht betroffen sein.

Mit seiner Flash-Software stieß Adobe in jüngster Zeit auf Widerstand. Zwischen Adobe-Offiziellen und dem damaligen Apple-CEO Steve Jobs hatte es voriges Jahr eine mediale Schlammschlacht gegeben. Apple ließ von Beginn an nicht den Einsatz der Flash-Plattform auf seinen mobilen Geräten zu. Jobs hatte erklärt, dass Flash zu viele Schwächen habe und mit dem HTML5-Standard verzichtbar werde, mit dem Videos im Browser laufen können, ohne dass dafür Plug-ins wie Flash und Silverlight benötigt würden.

Adobe hatte zudem erst kürzlich deutliche Anzeichen dafür geliefert, mehr in HTML5 zu investieren, als der Softwarekonzern zu seiner Hausmesse MAX 11 die Übernahme des Unternehmens Nitobi bekannt gab, das maßgeblich hinter der Entwicklung von PhoneGap steht. Mit der plattformübergreifenden Entwicklungsumgebung für mobile Anwendungen hat Adobe seitdem neben Dreamweaver, Muse und Edge ein weiteres Werkzeug für die Webentwicklung Flash-freier Anwendungen an der Hand. Adobe will sich künftig mehr auf digitale Medien und Online-Marketing konzentrieren und vor diesem Hintergrund 750 Mitarbeiter entlassen. (ane)