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Amazon AWS: Neue MySQL-Datenbank und Entwickler-Tools

Amazon hat auf der diesjährigen AWS re:invent in Las Vegas einen ganzen Strauß an Neuheiten aus den Bereichen Datenbank und Continuous Delivery angekündigt – leider aber kein Wort zu weiteren Preissenkungen gesagt.

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Die Liste der auf Amazons Kundenveranstaltung präsentierten Neuheiten wird angeführt von Aurora, einer MySQL-Datenbank, die laut Amazon komplett neu erstellt wurde und dabei vor allem für Cloud-Szenarien optimiert ist. Aurora ist kompatibel mit allen quelloffenen MySQL-Tools beziehungsweise -Anwendungen und soll fünfmal so schnell wie normale MySQL-Datenbanken sein. So werden pro Minute sechs Millionen Inserts und 30 Millionen Selects erreicht. Weitere Merkmale sind Fehlertoleranz und Features, mit denen man auf der Datenbank betriebene Anwendungen selbst verwalten, skalieren, tunen kann.

Diese Vorzüge stammen laut Amazon von einem "besonderen Mix an Infrastruktur-Komponenten, insbesondere einer SSD-basierten virtuellen Storage-Ebene, die speziell für Datenbank-Anwendungen ausgerichtet ist". Hinzu kommt die Integration mit Amazon-Features wie den Availability-Zones. Letzteres betrifft vor allem die automatische Replikation über drei Zonen hinweg sowie das Backup auf Amazon S3 (Simple Storage Service). Aurora fügt bei Bedarf automatisch Storage in Schritten von 10 GByte hinzu, bis die Maximalgröße von 64 TB erreicht ist. Die Verfügbarkeit soll bei 99,999999999 Prozent liegen. Die neue Datenbank ist Teil von Amazons Relational Database Service, der bereits 2009 gestartet wurde.

Amazons neue MySQL-Datenbank will mit beeindruckenden Zahlen punkten.

(Bild: Harald Weiss)

"Wir haben mit unserem RDS die Kosten für das Verwalten relationaler Datenbanken kontinuierlich gesenkt. Nachdem wir Oracle, SQL Server und PostgreSQL hinzugefügt haben, ist die Nachfrage förmlich explodiert. Aurora ist jetzt die logische Fortsetzung unseres Commitments auf diesem Gebiet", sagte Raju Gulabani, Amazons Vice President für Datenbank-Dienste.

Neben Aurora wurden auch drei sich ergänzende Tools für die Softwareentwicklung angekündigt, die allesamt auf der hausinternen Entwicklungsumgebung Apollo basieren. "Jeder Softwareentwickler, der Amazon verlässt, vermisst am stärksten Apollo – also wurde es höchste Zeit, dass wir ein entsprechendes Angebotspaket schnüren", sagte Amazons AWS-Chef Andy Jassy über die Hintergründe der neuen Tools. Das erste davon ist CodeDeploy, ein kostenloses Werkzeug für das Deployment fertiger Anwendungen oder Änderungen auf EC2. Es enthält eine Überwachung über die Funktionsfähigkeit des neuen Codes. Treten hierbei Probleme auf, wird das Deployment automatisch gestoppt.

AWS CodeDeploy ist schon gut mit dem gängigen Tool-Zoo aus Continuous Delivery und DevOps verzahnt.

(Bild: Harald Weiss)

Das zweite Tool ist CodeCommit, womit Sourcecode verwaltet werden kann. Es enthält auch Features für eine kollaborative Softwareentwicklung und für Code-Sharing-Projekte. Das dritte Tool ist CodePipeline, ein Management-Tool, mit dem die Entwickler den Gesamtprozess von Build, Test und Release definieren und kontrollieren können. "Wir haben mit diesen Tools in den letzten zwölf Monaten rund 50 Millionen Deployments vorgenommen, das sind rund 95 pro Minute", sagte Jassy über den hausinternen Nutzungsgrad und die Skalierbarkeit der Werkzeuge. CodeDeploy ist ab sofort verfügbar, die beiden anderen Tools sollen Anfang 2015 zu haben sein. (Harald Weiss) / (ane)