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Amazon Lambda: Anwendungen ohne Infrastruktur

Unter den vielen Neuigkeiten des zweiten Tags der AWS re:invent sticht ein neuer Service heraus, mit dem sich Software betreiben lässt, ohne dass dafür eine passende Infrastruktur zu reservieren sein soll.

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Werner Vogels, CTO von Amazon Web Services

(Bild: Harald Weiss)

Amazon hat am zweiten Tag der Kundenveranstaltung eine Vielzahl an Neuheiten vorgestellt, bei denen es vor allem um eine verbesserte und vereinfachte Nutzung der Infrastruktur und der Plattform geht. Dazu gehört vor allem Lambda, ein Service, mit dem sich Software betreiben lässt, ohne dass dafür eine passende Infrastruktur zu reservieren ist. Die Zuweisung der erforderlichen Hardware-Ressourcen erfolgt dynamisch und wird von diversen Events ausgelöst.

Amazons CTO Werner Vogels erläuterte die Funktionsweise anhand eines Foto-Sharing-Dienstes, bei dem ein User ein Bild von seinem Smartphone auf S3 (Simple Storage Service) hochlädt. Dieser Upload bedeutet ein Event, das eine App für das Erstellen eines Thumbnails startet. Für diese Software ist keine Hardware oder VM zu reservieren – werden mehr Bilder parallel hochgeladen, wird automatisch mehr Hardware hinzugefügt. Derzeit gibt es den Lambda-Service nur für Anwendungen in JavaScript mit Node.js, doch weitere Optionen sollen folgen. Der Preis für die Rechenleistung unter Lambda richtet sich nach der Anzahl der Requests und der genutzten Rechenzeit, wobei es eine kostenlose Nutzung bis zu einer monatlichen Obergrenze von einer Millionen Requests und 3,2 Millionen Sekunden Rechenzeit gibt.

Auch zum neuen Trend der Container hatte Amazon eine Neuheit parat. Nachdem es schon lange möglich war, Docker-Container in einer Linux-Umgebung auf EC2 (Elastic Compute Cloud) zu launchen, gibt es jetzt einen speziellen EC2-Container-Service, kurz ECS genannt. Damit lässt sich beispielsweise ein Cluster an EC2-Container-Instanzen kaufen, und den man mit den Container-Service-APIs verwalten kann. Ein solcher Cluster kann eine einzige VM enthalten oder aus Tausenden an Instanzen bestehen, die über mehrere Amazon-Zeitzonen verteilt sind.

Docker schickt sich an, die Entwicklung und den Betrieb von Software maßgeblich zu verändern.

(Bild: Harald Weiss)

Amazon folgt damit den Kooperationen von Docker mit Microsoft und Google. Laut einem Blobeitrag bei Docker soll die Zusammenarbeit mit Amazon weiter ausgebaut und vertieft werden. "Amazon und Docker haben einen langfristigen Plan, um den AWS-Container-Service mit der Docker-Umgebung sehr eng zu integrieren", heißt es dort. ECS ist ab sofort kostenlos verfügbar.

Zwei weitere Ankündigungen betreffen das Verwalten und Kontrollieren der kompletten AWS-Infrastruktur, das heißt aller Ressourcen, die angemietet sind. Hierzu gibt es jetzt einen Service-Katalog, bei dem die Administratoren bestimmte vordefinierte Services anlegen können. Beispielsweise welche User welche Dienste nutzen oder wer auf was wann zugegriffen hat. Darüber hinaus lassen sich auch aggregierte Nutzungsbeschränkungen vorgeben, die dann beispielsweise innerhalb einer Fachabteilung selbstständig auf User-Ebene gemanagt werden.

Ein weiteres Feature ist das automatische Erstellen von Compliance-Reports nach unterschiedlichen Kriterien. Mit diesem Produkt folgt Amazon den Möglichkeiten, die es schon lange von vielen System-Management-Anbietern für den On-Premise-Einsatz gibt. Ähnlich verhält es sich auch mit dem neuen AWS Config, mit dem alle AWS-Konfigurationen kontrolliert und gemanagt werden können. Hierzu gehören auch das Verwalten der Zugangsrechte sowie eine Logdatei über alle getätigten Änderungen an der AWS Cloud. Schließlich bietet Amazon jetzt auch ein Key-Management an, mit dem sich die Encryption-Schlüssel für Cloud-Daten einfacher anlegen und User-definiert managen lassen. (Harald Weiss) / (ane)