Amazon mit eigenem OpenJDK: Hallo, Amazon Corretto

Amazon hat die Sorgen vieler Entwickler bezüglich eines kostenpflichtigen Langzeitsupports für Java zum Anlass genommen, ein eigenes OpenJDK anzubieten.

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Amazon Web Services (AWS) hat eine eigene OpenJDK-Distribution vorgestellt, die den Namen Amazon Corretto trägt. Das hat der Java-Urvater James Gosling im Rahmen der in Belgien stattfindenden Devoxx-Konferenz verkündet. Gosling ist seit 2017 bei AWS angestellt.

Zurzeit ist die Distribution Corretto 8, die dem OpenJDK 8 entspricht, als Preview für Amazon Linux 2, Microsoft Windows, macOS-Plattformen und als Docker-Image verfügbar. Eine allgemeine Verfügbarkeit soll im ersten Quartal 2019 folgen, dann auch für Ubuntu und Red Hat Enterprise Linux. Corretto 11 – die Amazon-Variante des Open JDK 11 – soll im April 2019 nachgelegt werden.

Im Blogbeitrag zur Ankündigung bereitet AWS weitere Details zu Corretto auf. Demnach hatte Amazon schon vor einigen Wochen den Long-Term Support für Java in Amazon Linux garantiert. Da aber viele Kunden des Unternehmens Java auf unterschiedlichen Plattformen nutzen, wollte das Team eine Java-Distribution anbieten, die drei Kriterien erfüllt: Multi-Plattform, bereit für die Produktion und kostenlos. Grund dafür war vor allem die Angst vieler Kunden, in Zukunft für den Langzeitsupport von Java zahlen zu müssen. Corretto soll das Standard-OpenJDK für Amazon Linux 2 im Jahr 2019 werden.

Dem Beitrag zufolge setzt Amazon Corretto bereits intern für zahlreiche Dienste in Produktion ein. Updates sollen in einem vierteljährlichen Rhythmus erscheinen, inklusive Bugfixes und Security-Patches. Zeitkritische Fehlerbehebungen will Amazon auch abseits der Release-Schedule veröffentlichen. Darüber hinaus setzt AWS das Technology Compatability Kit (TCK) ein, um eine Kompatibilität mit der Java-SE-Plattform zu garantieren. Corretto soll als Alternative für alle Java-SE-Distributionen dienen, die keine Features nutzen, die nicht in OpenJDK verfügbar sind.

Das Projekt ist in einem GitHub-Repository zu finden. Die Preview steht bei AWS als Download zur Verfügung.

Mehr dazu auf heise Developer:

(bbo)