Android 11: Googles neues Smartphone-System gönnt sich eine längere Testphase

Mit einer außerplanmäßigen vierten Developer Preview verzögert sich das Release vermutlich um einen Monat.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 7 Beiträge
Von

Google hat für Android 11 eine vierte Developer Preview veröffentlicht, die vor allem Bugfixes und kleinere Anpassungen mitbringt. Ursprünglich war für Mai die erste Beta angekündigt, die nun Anfang Juni erscheinen soll. Damit verschiebt sich der bisherige Fahrplan: Das endgültige Release ist nach wie vor im dritten Quartal geplant, aber wohl einen Monat später als ursprünglich vorgesehen.

Nach den aktualisierten Plänen soll die erste Beta am 3. Juni erscheinen. Sie enthält die finalen APIs sowohl für das Android SDK (Software Development Kit) als auch das Android NDK (Native Development Kit). Im Juli soll im Zuge der Veröffentlichung der Beta 2 die Plattformstabilität gegeben sein. Die dritte und planmäßig letzte Beta mit Release Candidate Builds für abschließende Tests steht für August auf dem Plan.

Die neue Roadmap für Android 11 sieht Betas im Juni, Juli und August vor.

(Bild: Google)

Zum Start der Betaphase hat Google zudem ein virtuelles Kick-off-Event geplant: #Android11: The Beta Launch Show ist für den 3. Juni um 11 Uhr Eastern Time, also 17 Uhr unserer Zeit angekündigt.

Im Gegensatz zu den ersten drei Developer Previews bringt die vierte keine neuen Funktionen mit. Nennensert sind vor allem zwei Einschränkungen. Zum einen installiert die Variante keine Apps mit komprimierten Ressourcen in resources.asrc-Dateien. Hintergrund ist, dass durch das Verwenden komprimierter Ressourcen der Speicherbedarf auf den Endgeräten drastisch steigen kann.

Außerdem müssen Anwendungen, die über die API-Aufrufe TelephonyManager.getLine1Number() oder TelecomManager.getLine1Number() auf Telefonnummern zugreifen möchten, zunächst die READ_PHONE_NUMBERS-Berechtigung einholen.

Die im Februar erschienene erste Developer Preview von Android 11 hatte vor allem neue Gerätetypen im Fokus. Sie zielte auf einen erweiterten Zugang in 5G-Netzen und berücksichtigte neue Bildschirmformate wie Waterfall Screens (Wasserfall-Displays), bei denen das Bild über den Rand geht und Pinhole Screens mit ausgesparter Kamera. Darüber hinaus brachte die Preview 1 eine erweiterte Neural Networks API (NNAPI) für Machine-Learning-Anwendungen mit.

Hinsichtlich neuer Geräte zielte die zweite Preview auf Foldables. Außerdem führte sie eine anpassbare Bildwiederholfrequenz vor allem für Spiele ein: Entwickler können in ihren Apps über die Framew-Rate-API Werte jenseits der üblichen 60Hz setzen, sofern die Endgeräte die erhöhte Rate bieten. Die ersten beiden Previews brachten zudem einige Ergänzungen, die Endanwendern mehr Kontrolle bei den Einstellungen zur Privatsphäre geben.

Mit der Developer Preview 3 kamen im April vor allem Entwicklertools hinzu. Seitdem lassen sich Apps über das WLAN drahtlos debuggen. Die Integration des GWP-ASan (GWP-ASan Will Provide Allocation SANity) aus der LLVM Compiler Collection soll beim Auffinden von Speicherfehlern helfen. Schließlich hat Google die Exit Reasons API erweitert, die einen Einblick in den Grund für das Beenden von Apps gibt.

Entwickler können ihre Apps mit der aktuellen Developer Preview in Vorbereitung auf die erste Beta weiter auf die neuen Funktionen und damit verbundenen potenziellen Inkompatibilitäten testen. Als Umstiegshilfe dienen die Schalter für die App-Kompatibilität in den Developer Options, über die sich die Breaking Changes manuell aktivieren und deaktivieren lassen, um die App schrittweise auf die neuen Vorgaben umzustellen.

Entwickler können einzelne Änderungen manuell aktivieren oder abschalten.

(Bild: Google)

Weitere Details zur Android 11 Developer Preview 4 und den Release-Plänen lassen sich dem Android-Blog entnehmen. Die vollständige Liste der Anpassungen findet sich in den Support and Release Notes. Das Device System Image ist für die Google-Geräte Pixel 2, Pixel 3, Pixel 3a und Pixel 4 jeweils in der regulären und der XL-Variante verfügbar. Außerdem lässt sich der Android Emulator zum Testen von Apps mit Android 11 nutzen. (rme)