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Android-Nachfolger: Fuchsia OS soll Android-Apps unterstützen

Als Betriebssystem mit eigenem Kernel ist Googles Fuchsia OS ein Kandidat für die Android-Nachfolge. Via Android-Runtime sollen Android-Apps auf dem OS laufen.

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"Fuchsia ist kein Linux": Google veröffentlicht Dokumentation zu neuem OS

Fuchsia regia, Namensgeberin des neuen Google-Betriebssystems.

(Bild: Pixabay )

Das viel diskutierte, aber noch nicht offiziell angekündigte Fuchsia OS von Google nimmt langsam Gestalt an. Das README.md zu einer kürzlich auf der Website des Android Open Source Project (AOSP) neu geposteten Datei enthält unmissverständliche Hinweise darauf, dass sich Android-Apps via Android Runtime auch auf Fuchsia-Geräten werden nutzen lassen.

Wie unter anderen 9to5Google meldet, soll sich demnach eine angepasste Version der Android Runtime (ART) unter Fuchsia OS installieren lassen. Über die den Android APKs entsprechenden Fuchsia Packages (.far-Datei) können Android-Apps dann auf den Plattformen arm64 und x86_64 laufen.

README.md zum Repository “device/google/fuchsia”.

(Bild: Android Open Source Project )

Um einen Eindruck von der Fuchsia-Oberfläche zu gewinnen, lässt sich das OS schon seit geraumer Zeit in ein APK kompilieren und auf einem Android-Tablet oder -Smartphone installieren. Anfang vergangenen Jahres hatte Ars Technica Fuchsia OS auf einem Pixelbook bis zum Erscheinen einer Anmeldemaske gebootet.

Welches Ziel Google mit Fuchsia aber genau verfolgt, bleibt nach wie vor offen. Das Interface des OS eignet sich aber für Smartphones und Notebooks ebenso wie für IoT-Geräte – beispielsweise smarte Lautsprecher. Klargestellt hat das Unternehmen lediglich: "Fuchsia ist kein Linux". Anders als bei ChromeOS und Android basiert der für Fuchsia eigens entwickelte Kernel Zircon nicht auf Linux. Auch bei der Lizenzierung beschreitet Google andere Wege. Eine Kombination aus BSD-, MIT- und Apache-Lizenzen soll mehr Freizügigkeit gewährleisten, als dies beim vielfach unter GPL-Lizenz stehenden Quellcode des Linux-Kernels gegeben ist.

Rund um die bei Google entwickelte Microkernel-Infrastruktur lk (für "Little Kernel"), die als Basis für Zircon dient, bieten sich für Entwickler die neuen Grafik-Interfaces (Magma, Escher und Scenic), das Cross-Plattform-UI-Toolkit Flutter sowie die als Alternative zu JavaScript angepriesene Programmiersprache Dart an. Ende 2018 hat Google die lange erwartete Version Flutter 1.0 freigegeben und dürfte damit nicht nur dem Toolkit frischen Wind einhauchen, sondern auch den Weg für Fuchsia OS ebnen, das Flutter-Apps nativ unterstützen wird.

Als designierter Nachfolger von Android dürfte Fuchsia mit der nun bekannt gewordenen Option, auch Android-Apps ausführen zu können, vor allem auch für Anwender attraktiver erscheinen. Sichert doch der Zugriff auf die Millionen Anwendungen im Google Play Store einen geschmeidigen Übergang auf die neue OS-Plattform – sobald Fuchsia OS offiziell verfügbar wird. Dafür, dass dieser Zeitpunkt näher rücken könnte, spricht auch das ebenfalls kürzlich neu angelegte Fuchsia-Code-Repository platform/prebuilts/fuchsia_sdk. Es enthält eine vorgefertigte Version des Fuchsia SDK, mit dem sich Fuchsia-Applikationen bauen lassen. (map)