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Android Q: Die erste Beta ist da – und zwar für alle Pixel-Geräte

Mehr Schutz für die Privatsphäre und Support für Foldables: die Highlights der ersten Android-Q-Beta, die für Pixel-Geräte aller Generationen verfügbar ist.

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Android Q: Die erste Beta ist da [--] und zwar für alle Pixel-Geräte

Das Logo der neuen Android-Version Android Q

(Bild: Google)

Google hat die erste Betaversion der neuen Android-Version Android Q zum Download bereitgestellt. Jeder Nutzer eines Pixel-Geräts kann die neue Version ausprobieren. Auch diejenigen, die ein Pixel oder Pixel XL der ersten Generation haben, denn Google hat aufgrund zahlreicher Nachfragen den Support auf die vor drei Jahren erschienenen Smartphones ausgeweitet. Im Fokus der neuen Version stehen mehrere neue Sicherheits- und Privatsphäreeinstellungen sowie der Support für die zuletzt aufgekommenden faltbaren Geräte. Außerdem stellt Google eine erste Preview des Software Development Kit (SDK) der neuen Version für Entwickler zur Verfügung.

Im Blogbeitrag zum Release geht Google im Detail auf die Bemühungen ein, die die Privatsphäre der Nutzer besser schützen sollen. Viele der Ideen seien im Rahmen des Projekts Strobe entstanden, das eine Untersuchung auf die Datenzugriffe von Drittanbietern im Bezug auf den Google-Account und die Android-Geräte vornimmt. In Android Q können Nutzer genauer festlegen, wann eine App Zugriff auf den Standort eines Nutzers erhält – immer (also auch im Hintergrund), beim Ausführen der App, oder nie. Bislang war die Option auf ein "Ja" oder "Nein" beschränkt.

Die neuen Optionen für die Standortbestimmung in Android Q

(Bild: Google)

Auch den Zugriff auf geteilte Daten schränkt Google ein. Mit Android Q sollen Anwender mit neuen Laufzeitgenehmigungen festlegen können, ob eine App Zugriff auf die Foto-, Video- oder Musikordner des Geräts bekommt. Bisher galt die Genehmigung immer für alle Ordner. Für den Download-Ordner müssen Apps zukünftig eine Dateiauswahl nutzen, sodass Nutzer bestimmen können, welche Dateien die App verwenden darf.

Außerdem sollen Applikationen in Android Q seltener in den Vordergrund springen können, was laut Google zahlreiche Nutzer gestört hat. Apps können in Android Q standardmäßig keine Aktivitäten starten, wenn sie im Hintergrund ablaufen. Muss eine App allerdings schnell die Aufmerksamkeit des Nutzers auf sich ziehen – beispielsweise bei einem Anruf oder einem Wecker – kann man ihr die Erlaubnis für eine Benachrichtigung mit hoher Priorität geben und den Zugriff auf den gesamten Bildschirm gewähren.

Wie im Zuge der neuen Falt-Handys von Samsung oder dem chinesischen Hersteller Huawei zu erwarten, hat Android Q eine Unterstützung für solche Geräte an Bord. Entwickler sollen nun unter anderem einstellen können, wie ihre Apps auf größeren und faltbaren Bildschirmen dargestellt werden. Außerdem gibt es kleinere Änderungen, die dafür sorgen sollen, dass eine App auch bei einem größeren Bildschirm weiß, wann sie im Fokus des Nutzers ist. Ein Update für den Android Emulator zur Darstellung von Geräten mit mehreren Bildschirmen ist wohl in Arbeit.

Eine mögliche Bildschirmdarstellung für Foldable-Geäte

(Bild: Android)

Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, Shortcuts einer App mit anderen Nutzern zu teilen. Damit sollen Anwender direkt in eine App springen können, um Inhalte zu teilen. Entwickler können beispielsweise ein Share-Ziel in ihrer App definieren, dass dann eine bestimmte Aktivität mit Inhalten in der App auslöst und diese direkt im "Teilen"-Interface von Android darstellt. Google bietet hierzu ein Beispielprojekt auf GitHub.

Auch in puncto Konnektivität überarbeitet Android Q einige Details. Bluetooth-, Mobilfunk- und WiFi-Verbindungen benötigen nun eine FINE-Location-Erlaubnis, was für mehr Sicherheit sorgen soll. Außerdem sollen die Netzwerkverbindungs-APIs über eine bessere Performance verfügen, was beispielsweise bei der Steuerung von Geräten im Internet der Dinge nützlich sein soll. Darüber hinaus gibt es einen neuen WiFi-Performance-Modus, der eine geringe Latenz bei Onlinespielen oder aktiven Sprachanrufen garantieren soll.

Mit Android Q können Apps Bilder mit einer dynamischen Tiefe anfordern, die aus einer JPEG-Datei und XMP-Metadaten bestehen, die Informationen über die Tiefe verschiedener Bildelemente ausliefern. Damit können Nutzer beispielsweise Unschärfeeffekte auf Teile des Bilds anwenden.

Unschärfespielereien mit Android Q

(Bild: Google)

Im Bereich Video unterstützt Android Q jetzt den quelloffenen Video-Codec AV1, der einen Videostream in hoher Qualität mit geringer Bandbreite gestattet. Außerdem ermöglicht die neue Android-Version eine Audiokodierung mit Opus und HDR10+ für Videos. (bbo)