Android Studio ist nun offizielle Android-Entwicklungsumgebung Update

Mit der Freigabe der Version 1.0 der auf IntellliJ IDEA basierenden Entwicklungsumgebung verabschiedet sich Google zugleich vom ADT-Plug-in für Eclipse.

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Google-Android

(Bild: dpa, Christof Kerkmann/Archiv)

Nach etwa zwei Jahren Entwicklung hat Google die Version 1.0 von Android Studio, der eigenen Entwicklungsumgebung zum Schreiben von Android-Apps, freigegeben. Damit verbunden sieht Google die IDE nun als offizielle Umgebung für die Entwicklung von Android-Programmen an. Sie selbst gibt es für Windows, Linux und Mac OS X.

Android Studio war erstmals im Mai des letzten Jahres vorgestellt worden und basiert auf der quelloffenen Community Edition von JetBrains' Entwicklungsumgebung IntelliJ IDEA. Die damalige Ankündigung sorgte für einigen Wirbel, da Google bis zu dem Zeitpunkt primär den IntelliJ-Konkurrenten Eclipse als Entwicklungsplattform für Android empfohlen hatte. Google ist aber weiterhin Mitglied der hinter Eclipse stehenden Open-Source-Organisation geblieben.

Mit Android Studio sollen Entwickler ein besseres Programmiererlebnis als beim traditionellen Eclipse haben, für den tatsächlichen Exodus weg von Eclipse mag aber die sicherlich von etlichen Eclipse-Anhängern kritisierte Strategie sorgen, dass Google fortan das ADT-Eclipse-Plug-in (Android Developer Tools) nicht mehr aktiv weiterentwickelt. Der Konzern empfiehlt deswegen auf seiner Entwickler-Website, schnellstmöglich zu Android Studio zu wechseln. Dafür bietet er eine Migrationsanleitung an.

Im Vergleich zu Eclipse verspricht man sich von Android Studio einen besseren User Interface Designer, aber auch mehr Möglichkeiten, um das Speicherverhalten zu überwachen (Memory Monitor), und einen Editor, der sich besser bei der Übersetzung von Strings gebiert. Außerdem mag den einen oder anderen die integrierte Gradle-Build-Umgebung ansprechen.

Entwickler erhalten außerdem mit dem "First Run Setup Wizard" eine Installationsanleitung, mit der sich unter anderem das erforderliche Android SDK, spezielle Einstellungen beziehungsweise Templates und ein Emulator zum Testen einer App einrichten llässt. Darüber hinaus bekommt man mit der IDE aus IntelliJ IDEA vertraute Features wie automatische Codevervollständigung, Refactoring und Codeanalysen. Schließlich wirbt Google mit Anbindungen an Googles Cloud-Backend-Systeme und Services wie Google Cloud Messaging.

[Update, 9.12.2014 – 12:13 Uhr] Hans Dockter, der Erfinder von Gradle, weist auf eine Besonderheit von Android Studio hin, dass die wesentlichen Aktivitäten (Compile, Dexing ...) nicht von der IDE implementiert würden, sondern vom tief integrierten Gradle. Android Studio und Gradle seien demnach nicht zu trennen, und Android Studio funktioniere ohne Gradle nicht. (ane)