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App-Marktanalyse 2018: Der Mobile-Markt wächst weiter

Das Unternehmen App Annie zieht eine Bilanz der Entwicklung des App-Markts des vergangenen Jahres.

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Mobile World Congress

(Bild: dpa, Alberto Estevez)

Der US-amerikanische Analyseanbieter App Annie bietet mit seinem "State of Mobile Report" einen Rückblick auf das vergangene Jahr im Mobilbereich. 2018 luden Nutzer weltweit geschätzte 194 Milliarden Programme herunter, was eine Steigerung von 35 Prozent gegenüber 2016 darstellt. Wachstumstreiber ist China (70 Prozent), das noch schneller wachsende Indien (165 Prozent) ist dazu angesichts der geringeren Gesamtbevölkerung statistisch im Vergleich weniger relevant.

Das App-Verhalten in Indien wächst rapide, ist aber "kleiner" als China.

Der Gutteil der Downloads und Umsätze entfällt auf Mobilspiele, obwohl in China die Apps erst überprüft, wodurch es zu starken Verzögerungen der Lizenzierung gekommen ist. 74 Prozent der von App Annie erfassten Transaktionen entfielen auf Spiele; die USA, Japan und China sind die wichtigsten Zielländer. Chinas Wachstum fiel dieses Jahr geringer aus, weshalb chinesische Anbieter ihre Aufmerksamkeit auf das Ausland legen. Über den App-Markt als Ganzes finden sich diesmal nur zwei Diagramme, die die jeweiligen Top-Kategorien auf globaler Ebene darstellen.

Entertainment ist unter iOS wichtiger ...

... spielt aber auch unter Android eine bedeutende Rolle.

Als Beispiel für länderspezifische Informationen zeigen die nächsten beiden Abbildungen die Downloadverteilung und die Umsätze in Deutschland.

Klassische Produktivitäts- und Systemapplikationen spielen sowohl im Mindshare ...

... als auch im Umsatzvergleich keine große Rolle mehr.


App-Entwickler finden im Retail-Bereich ein Refugium. Einzelhändler und Fast-Food-Anbieter forcieren Applikationen, die neben bequemerem Einkaufserlebnis Informationen über das Kundenverhalten liefern. Im Finanzbereich gibt es in Schwellenländern rapides Wachstum – das einst von der Tatra Banka populär gemachte Prüfen des Kontostandes per App ist allerdings auch in Westeuropa angekommen.

Für Entwickler ergeben sich mehrere Trends: Neben der seit jeher wichtigen Lokalisierung abseits von Deutsch und Englisch bietet es sich an, ein Auge auf Fremdkapital zu werfen. IPO-Kandidaten (Initial Public Offering) mobilcomputerbezogener Unternehmen erlösten statistisch viermal so viel wie IPOs in anderen Branchen.

Im Feld der App Store Optimization – kurz ASO oder MAO – bleibt der Dreikampf aus Beschreibung, Programmsymbol und Name aktuell. Beschreibungs- und Symbolanpassungen gewannen an Popularität, während Änderungen des Namens weniger populär wurden.

Der Bericht enthält auch Tabellen, in denen die Top-Apps in diversen Ländern vorgestellt werden. Das rund 160 Seiten lange App-Annie-Studie bekommen Interessierte nach Eingabe ihrer E-Mail-Adresse.

Die Studie unterscheidet sich von vergleichbaren Untersuchungen wie dem Handango YardStick insofern, dass das Unternehmen seine Daten aus mehreren Quellen aggregiert: Neben den Informationen der hauseigenen Analyseplattform scannt die Firma auch Stores, um einen umfassenden Überblick der Szene zu bekommen. App Annie kann prinzipbedingt jedoch keinen Blick auf "plattformexterne" Umsätze werfen, weshalb Amazons Verkäufe oder Fahrten mit Uber nicht erfassbar sind, da diese nicht über Google oder Apple abrechnen. (Tam Hanna) / (ane)