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Applikationsserver Wildfly: Schlank dank Galleon

Das Provisioning-Tool Galleon ermöglicht das Bereitstellen eines WidFly-Servers, der nur die benötigten Komponenten enthält.

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Das WildFly-Team hat turnusmäßig Version 16 des Java-Anwendungsservers veröffentlicht. Die wohl spannendste Neuerung ist das Provisioning-Tool Galleon, mit dem Entwickler und Administratoren eine passende, reduzierte Variante von WildFly bereitstellen können. Außerdem ist der Applikationsserver auf Java 12 vorbereitet

Galleon ist ein Werkzeug zum Bereitstellen speziell zugeschnittener WildFly-Varianten, die nur die benötigten Komponenten enthalten. Bei der Entwicklung stand vor allem der Einsatz von REST-basierten Anwendungen, die auf Cloud-Plattformen laufen im Fokus, um dort unnötigen Overhead bei der Größe, dem Speicherbedarf und der Rechenleistung zu vermeiden. Als nützlicher Nebeneffekt reduziert der Verzicht auf überflüssige Komponenten potenzielle Schwachstellen.

Entwickler beziehungsweise Administratoren können das aktuelle Galleon-Release aus dem GitHub-Repository herunterladen. Die einfachste Form des Aufrufs entspricht dem Entpacken des vollständigen Applikationsservers:

galleon.sh install wildfly:current --dir=zielverzeichnis

Zum Abspecken des Servers dient der optionale zusätzliche Parameter --layers. Er legt fest, welche Module der Server enthalten soll. Das Konzept der Layers bietet vorgefertigte Konfigurationsarten. Eine Bereitstellung über

galleon.sh install wildfly:current --dir=klein --layers=cdi,jaxrs

reduziert den Server auf die für Context and Dependency Injection (CDI) und die Java API for RESTful Web Services (JAX-RS) benötigten Komponenten und erstellt daneben die passende Konfiguration.

Galleon hat derzeit noch den Status einer technischen Preview. Im Admin Guide findet sich ein Kapitel, das die Bereitstellung angepasster WildFly-Server mit Galleon erklärt. Außerdem hat das Team eine umfangreichere Anleitung für Galleon veröffentlicht.

Auch wenn Java 12 derzeit lediglich als Release Candidate verfügbar ist, sollte WildFly 16 weitgehend auf dem in Kürze zu erwartenden finalen Release laufen. Das Team hat beim Durchführen der Testsuite-Abläufe wohl keine Fehlermeldungen erhalten. Dennoch gilt die generelle Empfehlung, das jeweils aktuelle LTS-Release (Long-term Support) zu verwenden, also derzeit JDK 11.

WildFly 16 arbeitet laut den Tests des Teams aber auch weiterhin problemlos mit Java 8 zusammen, und der Plan ist die Kompatibilität dazu bis einschließlich Version 18 weiterzuführen. Da die Macher des Applikationsservers im Dezember 2017 einen vierteljährlichen Release-Zyklus eingeführt haben, sollte WildFly somit noch voraussichtlich bis zum Jahresende auf Java 8 laufen.

Weitere Details sowie die Verbesserungen in den Bereichen Messaging und Cluster-Verwaltung lassen sich der offiziellen Ankündigung entnehmen. Die vollständige Liste der Neuerungen und Bugfixes finden sich im Jira-Board zu WildFly 16. Seit Version 8 trägt die Open-Source-Variante des ursprünglich vom Unternehmen JBoss entwickelten Applikationsservers den Namen WildFly.

Red Hat hat JBoss 2006 übernommen und verkauft die Enterprise-Version weiterhin als JBoss Enterprise. Letztere preisen die Macher auf der Downloadseite von Wildfly auch mit einem großen Button im oberen Bereich an, während die unterschiedlichen Builds des Open-Source-Anwendungsserver in der Tabelle darunter verlinkt sind. (rme)