Atom 1.21 integriert das Language Server Protocol

Durch das Zusammenspiel mit dem System zur Integration diverser Programmiersprachen soll der Texteditor zur Entwicklungsumgebung reifen. Dazu dient ein seit September erhältliche Plug-in namens Atom-IDE.

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GitHub hat Version 1.21 des plattformübergreifenden Texteditors Atom veröffentlicht. Zu den wesentlichen Neuerungen gehört ein neues System zum Beobachten des Dateisystems und die Anbindung an das Language Server Protocol. Um die Funktionen wie kontextabhängige Autovervollständigung und Navigation zur Definition von Methoden oder Auffinden von Referenzen nutzen zu können, ist das Plug-in Atom-IDE erforderlich, das GitHub Mitte September veröffentlicht hat. Bei der Ankündigung verwiesen die Macher bereits darauf, dass Entwickler die damals als Beta verfügbare Version 1.21 von Atom verwenden sollten

Codenvy, Microsoft und Red Hat hatten das Language Server Protocol im Sommer 2016 vorgestellt. Es abstrahiert die Syntax-abhängigen Funktionen der einzelnen Programmiersprachen, damit nicht jedes Werkzeug die sprachspezifischen Features implementieren muss. Der Language Server ist kein Cloud-Dienst, sondern läuft typischerweise lokal auf demselben Rechner. Microsofts Quelltexteditor Visual Studio Code nutzt ihn ebenso wie die Eclipse-IDE.

Außerdem bietet Atom eine neue API, um Änderungen am Dateisystem zu beobachten. Bisher waren dafür zahlreiche npm Packages verantwortlich, was aber durch die jüngsten Ergänzungen unübersichtlich wurde. Das neue Konstrukt watchPath bietet die Möglichkeit über rootPath angegebene Dateipfade zu überwachen. Das System ruft schließlich beim Auftreten von Änderungen eine in eventCallback angegebene Funktion auf, die Informationen über die Modifikation und deren Art enthält: Erzeugen (created), Löschen (deleted), Ändern (modified) oder Umbenennen (renamed).

Weitere Neuerungen wie die Integration nativer Tabs in der macOS-Version lassen sich dem Atom-Blog und den Release Notes entnehmen. Letztere enthalten Links zum Source und plattformspezifischen Binaries des Open-Source-Editors. Über die Einzelheiten zu den von Atom-IDE unterstützten Programmiersprachen hatte heise Developer in der Meldung zum Plug-in berichtet. (rme)