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Auto-Infotainment: General Motors sucht Entwickler

Der Autohersteller nutzte den Mobile World Congress, um für die Programmierung von Apps für die Mittelkonsole seiner Fahrzeuge zu werben. Über den inneren Aufbau des mit QNX betriebenen Systems ist bislang aber wenig bekannt.

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General Motors sucht nach Entwicklern, die Apps für die Mittelkonsole der hauseigenen Fahrzeuge programmieren. Dazu bietet der Autohersteller einige proprietäre APIs an, die die Kommunikation zwischen Auto und Handy ermöglichen sollen. Der Kern des Systems ist ein mit QNX betriebener Zentralcomputer. Er nimmt Webapps entgegen, die auf dem in der Mittelkonsole befindlichen Bildschirm erscheinen. Als "remote APIs" bezeichnete Funktionen erlauben das Erstellen von Applikationen, die über einen GM-Server mit dem Fahrzeug kommunizieren.

Der Funktionsumfang der Programmierschnittstellen beschränkt sich auf fünf Domänen, die allesamt nicht sicherheitskritisch sind:

  • Fahrzeugdaten
  • Audio- und Video-Fähigkeiten
  • Navigationsinformationen
  • User Interfaces
  • Kommunikationsinformationen

Applikationen laufen normalerweise in der Mittelkonsole – fortgeschrittene Apps dürfen einen "Conduit" am Smartphone mitbringen

Der Autobauer möchte seine Entwickler primär zum Realisieren von Entertainment- und Infotainment-Applikationen einsetzen. Produkte wie "Runtastic fürs Auto" oder ein automatisch aktualisiertes Fahrtenbuch sind gewünscht – direkte Eingriffe in das Innenleben des Vehikels hingegen streng verboten.

GM besteht auf die Implementierung eines Testsystems, das an die OWASP-Kriterien angelehnt sein muss. General Motors war am Mobile World Congress in Barcelona leider nicht gewillt, weitere Informationen über den inneren Aufbau des Systems herauszugeben. Noch ist völlig unklar, welches GUI-Toolkit zum Einsatz kommt – über sonstige Bibliotheken ist auch noch nichts nach außen gedrungen. Auch im Internet bekommt man nur detaillierte Daten, wenn man sich um ein (kostenloses) GM-Entwicklerkonto bewirbt.

Im Moment müssen teilnehmende Entwickler ihre Produkte kostenlos verteilen. Das Standpersonal betonte mehrfach, dass man jedoch "in nicht allzu ferner Zukunft" auch ein Monetarisierungssystem anbieten werde. (Tam Hanna) / (ane)