Automatisierung: Ansible Tower 3.6 bezieht den Faktor Mensch mit ein

Das Steuerungswerkzeug für die Automatisierungssuite ermöglicht das Einfügen von Pausen in Arbeitsabläufe, die menschliche Zustimmung benötigen.

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 4 Beiträge
Von

Red Hat hat Version 3.6 von Ansible Tower veröffentlicht. Das Framework für das Steuern der Automatisierungsplattform Ansible bietet eine neue Funktion für Workflows an, die so lange anhält, bis eine verantwortliche Person ihre Zustimmung für den weiteren Ablauf gibt. Außerdem lassen sich die in Ansible 3 eingeführten Benachrichtigungen nun flexibel gestalten und Entwickler finden eine direkte Integration zu GitHub und GitLab.

Mit der neuen Pausefunktion trägt die Plattform der Tatsache Rechnung, dass sich nicht alle Abläufe vollständig automatisiert durchführen lassen. Daher lassen sich nun "Pause-And-Approval"-Schritte in den Workflow integrieren, die der Zustimmung beispielsweise durch die zuständigen Administratoren bedürfen.

Der Schritt soll beispielsweise verhindern, dass Entwickler eine unbegrenzte Zahl von Cloud-Servern starten. Außerdem können Verantwortliche damit zunächst manuell testen, ob ein Deployment erfolgreich verlaufen ist, bevor sie die externen DNS-Einträge anpassen oder andere Dienste auf die frisch installierte Anwendung verweisen.

Ansible 3.6 bringt zudem eine direkte Integration in die Repository-Verwaltungsdienste GitHub und GitLab mit Webhooks. Darüber lassen sich Jobs oder Arbeitsabläufe als direkte Reaktion auf Änderungen im jeweiligen Repository automatisiert auslösen. Entwickler können auf die Weise unter anderem Tests nach einem Push oder einem Pull Request anstoßen. Die Integration funktioniert sowohl mit den Cloud-Diensten der Anbieter als auch mit im eigenen Rechenzentrum installierten Varianten.

Eine weitere Neuerung ist die erweiterte Anpassung des in Ansible Tower 3.0 eingeführten Nachrichtensystems, mit dem Administratoren Benachrichtigungen auf Job-, Projekt- oder Organisationsebene verwalten und beispielsweise eine Slack-Channel-Nachricht beim erfolgreichen Ausführen eines Jobs auslösen oder beim Fehlschlag eine E-Mail an die betroffenen Teams versenden. Ansible 3.6 bietet eine flexiblere Anpassung an das jeweilige System und ermöglicht es, Informationen zu den Ereignissen im betroffenen Job über Vorlagen einzubinden.

Eine weitere Neuerung befindet sich noch in der Vorschauphase: Ansible Tower 3.6 kann OpenShift-Cluster zum Ausführen von Jobs nutzen. Für jeden Automatisierungsjob erstellt das Werkzeug einen dedizierten Pod in OpenShift, führt dort Aufgaben aus und beendet den Pod nach dem Abschluss des Jobs. Auf die Weise können Administratoren flexibel das System skalieren, ohne manuell zusätzliche Ansible-Tower-Server zu installieren.

Weitere Ergänzungen in Ansible Tower 3.6 wie das neue Kommandozeilenwerkzeug awx, das tower-cli ersetzt, lassen sich dem Ansible-Blog bei Red Hat entnehmen. Ansible Tower ist anders als Ansible keine Open-Source-Software, sondern ein kommerzielles Produkt, das in unterschiedlichen Editionen erhältlich ist, die sich im Support-Level unterscheiden.

Red Hat bietet wie im September angekündigt Ansible Tower zusammen mit Ansible Engine und Ansible Network Automation in einer einheitlichen Suite an. Die Software ist als Standard- und als Premium-Variante verfügbar, die sich in der Art des Supports unterscheiden. Für beide Editionen listet die Webseite keinen Preis auf, sondern verweist auf ein Kontaktformular für passende Angebote durch Red Hat. (rme)