Azure DevOps ist der Nachfolger von Visual Studio Team Services und Team Foundation Server

Die beiden Entwicklerwerkzeuge Visual Studio Team Services und Team Foundation Server werden unter der Marke Azure DevOps weitergeführt.

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Azure DevOps – oder der schleichende Abschied von der Marke "Visual Studio"

(Bild: diwou | PIxabay)

Microsoft wird seine Cloud-Dienste für Entwickler von Visual Studio Team Services (VSTS) in Azure DevOps Services umbenennen. VSTS verwendet Microsoft seit November 2015; zuvor hieß das Angebot Visual Studio Online (VSO). Auch das lokal installierbare Gegenstück zu VSTS, das seit 2005 unter dem Namen Team Foundation Server (TFS) auf dem Markt ist, erhält ab der Version 2019 einen neuen Namen und wird zukünftig Azure DevOps Server 2019 heißen.

Der Softwarehersteller löst sich demnach ganz von der Marke "Visual Studio" im Titel der Cloud-Dienste, um klarer zu machen, dass diese Dienste sich nicht an Entwickler aus der Welt von C++, .NET, .NET Core und Xamarin richten, sondern für beliebige Programmiersprachen und -umgebungen vorgesehen sind. Zwar öffnete Microsoft bereits in der Version 2015 seine Entwicklungsumgebung Visual Studio für andere Programmiersprachen und bietet mit Visual Studio Code einen plattformübergreifenden Editor an, aber in den Köpfen vieler Softwareentwickler ist der Name "Visual Studio" eng mit Sprachen wie C++, C#, F#, Visual Basic und TypeScript verbunden. Nun nennt Microsoft zwar die Cloud- und Serverangebote um, die Entwicklungsumgebung und der Editor behalten das "Visual Studio" (zumindest vorerst) im Namen.

Dass Microsoft den Begriff "Azure" nun nicht nur für ein Cloud-Angebot, sondern auch eine lokal installierbare Software verwendet, ist nicht ganz neu. Seit Anfang 2016 kann man sich mit Azure Stack die Cloud-Dienste von Microsoft auch im eigenen Rechenzentrum installieren. Microsoft will die Azure DevOps Services nicht offiziell mit ADS abkürzen, denn diese Abkürzung ist bereits seit Windows 2000 Server für die Active Directory Services (ADS) im Einsatz.

Die Einstiegs-URL wandert von https://visualstudio.microsoft.com/team-services/ zu https://dev.Azure.com. Für die von Kunden angelegten Projekte ändert sich die Webadresse von https://Kundenname.visualstudio.com/Projektname zu https://dev.Azure.com/Kundenname/Projektname. Die alten URLs werden aber weitergeleitet.

Azure DevOps behält die aus TFS/VSTS bekannten Dienstangebote, die aber neue Namen erhalten:

  • Das Projekt-/Aufgabenmanagement mit verschiedenen Vorlagen (z. B. Scrum) nennt Microsoft zukünftig "Azure Boards".
  • "Azure Repos" bezeichnet nun die Quellcodeverwaltung mit Git oder der Team Foundation Server Version Control (TFVC). Für das proprietäre, von vielen Entwicklern immer noch genutzte Quellcodeverwaltungssystem ist keine Umbenennung angekündigt, sodass auch an dieser Stelle vorerst weiterhin der alte Namen gilt.
  • Die Build- und Release-Verarbeitungspipelines für Continuous Integration und Continuous Delivery erhalten den Namen "Azure Pipelines".
  • Für das Testen gibt es "Azure Test Plans".
  • "Azure Artifacts" bezeichnet das Paket-Management und die Verbreitung.

Mit den eigenen Produktnamen für Bestandteile von Azure DevOps will Microsoft klarstellen, dass Entwickler nicht zwingend alle Dienste von Azure DevOps zusammen verwenden müssen, sondern sie auch einzelne Dienste isoliert mit Diensten Dritter nutzen können.

Cloud-basierte Azure Pipelines werden zukünftig nicht nur mit Repositories in Azure DevOps Services, sondern auch mit GitHub-Repositories funktionieren. Visual Studio Code wird schon auf diesem Wege entwickelt. Open-Source-Projekte auf GitHub können in Zukunft bis zu zehn gleichzeitige CI-/CD-Pipelines in Azure DevOps Services kostenfrei nutzen. Das ist der erste konkrete Schritt zur besseren Integration zwischen GitHub und den Microsoft-Diensten, seit der Softwareriese GitHub im Juni 2018 für 7,5 Milliarden US-Dollar übernommen hat.

Ungewöhnlich ist, dass Microsoft diese bedeutende Namensänderung außerhalb einer seiner großen Konferenzen verkündet, auch wenn Ende September die Ignite-Konferenz in Orlando ansteht. Microsoft hat angekündigt, sowohl im Rahmen der Ignite als auch in den kommenden Monaten außerhalb von Konferenzen weitere Neuigkeiten zur Modernisierung von Azure DevOps zu verkünden. (Holger Schwichtenberg) / (ane)