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Bei der 3D-Engine Unigine 2.3 ist die Erde rund

Die plattformübergreifende Engine zur Entwicklung von Spielen und Simulationen bringt in Version 2.3 Geokoordinaten zum Darstellen des Ellipsoids ein. Im Bereich Virtual Reality unterstützt sie neben der Oculus Rift auch die HTC Vive.

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Bei Unigine 2.3 ist die Erde rund

Der Fokus der 3D-Engine Unigine liegt in der realitätsnahen Darstellung von Umgebungen. Die Kunden stammen dabei weniger aus dem Bereich der Spieleentwicklung und mehr aus dem der Simulationen. Die Website nennt neben Film- und Fernsehen unter anderem Architektur sowie Öl- und Gasindustrie für vertikale Anwendungen. Die neuen Funktionen in Version 2.3 sind vor allem für den Simulationssektor interessant, nachdem die letzte Hauptversion 2.0 zahlreiche Neuerungen brachte, die sich der Spieleentwicklung widmeten.

Die Engine nutzt als Basis zur Darstellung der Erde mit der neuen Version die tatsächliche Form des Ellipsoids. Entwickler können Objekte unter Angabe der Höhe sowie der Breiten- und Längengerade platzieren. Da die Darstellung auch aus der Vogelperspektive realitätsnah erfolgt, soll sich die Funktion unter anderem besonders für Flugsimulationen eignen. Neben der vordefinierten Erde können Anwender auch eigene Ellipsoiden beispielsweise für andere Planeten definieren.

Eine weitere Neuerung betrifft die Arbeit mit Materialien im Terrain: Entwickler können nun über dem Basisterrain beliebig viele Ebenen zum Gruppieren von Materialien verwenden, die alle nach demselben Prinzip aufgebaut sind und mehrere Maps besitzen. Dabei ersetzen die Albedo Map zur Bestimmung der Reflexion und die Height Map die vorherigen Diffuse und Specular Maps. Für komplexe Landschaften haben die Macher das Landscape Tool komplett überarbeitet. Das neue, experimentelle Werkzeug ist nur in der Sim Edition enthalten.

Die Basisebene repräsentiert das Relief eines Terrains, die zusätzlichen Eben repräsentieren die unterschiedlichen Materialien.

Zu den weiteren Neuerungen gehört die Änderung des Standardarbeitsablaufs für Materialien von einem Specular Workflow zum Metalness Workflow, da letzterer eine realitätsnähere Darstellung erlaube und leichter verständlich seien. Den Tiefenschärfeeffekt haben die Macher ebenfalls komplett neu gestaltet. Hinsichtlich der Simulation von Wasserbewegungen gibt es neue Effekte zur Darstellung der Bug- und Heckwellen von Schiffen, der Küstenbereiche sowie Unterwasserszenen.

Ein neuer FieldHeigth-Knoten soll bei der realitätsgetreuen Darstellung von Bug- und Heckwellen helfen.

Nachdem die Engine bereits seit Version 2.0 die Oculus Rift unterstützt, bringt Unigine 2.3 HTC-Vive-Support. Weitere Neuerungen jenseits des Funktionsumfangs der Engine betreffen die überarbeitete Dokumentation und die Einführung von Video-Tutorials für neue Nutzer.

Unigine ist für Windows, Linux und OS X verfügbar. Ein Grund dafür, dass sich Unigine im Spielebereich gegenüber Mitbewerbern nicht durchsetzen kann, ist das Preismodell: Während beispielsweise Unity und Unreal für Entwickler mit geringem Umsatz kostenlos sind, startet Unigine mit der Einzelplatzlizenz für Spieleentwickler bei 1500 US-Dollar. Für kleine Teams mit bis zu 10 Entwicklern fallen 10.000 US-Dollar an. Beide Lizenzen umfassen sechs Monate SDK-Updates. Für den Einsatz in professionellen Filmproduktionen oder Simulationen gibt es auf der Website keine festen Preisangaben. (rme)