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Bitbucket verabschiedet sich von Mercurial

Zwar ist der Filehosting-Dienst mit dem Versionskontrollsystem Mercurial groß geworden, doch will er sich nun auf das verbreitetere Git konzentrieren.

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Der zu Atlassian gehörende Filehosting-Dienst Bitbucket verabschiedet sich von seinem Angebot Mercurial. Ab 1. Februar 2020 wird es nicht mehr möglich sein, Mercurial-Repositorys neu aufzusetzen, ab 1. Juni 2020 können Benutzer Mercurial-Funktionen nicht mehr in Bitbucket oder über die API verwenden und alle Mercurial-Repositorys werden dann entfernt.

Bitbucket entstand wie der Konkurrent GitHub 2008. Die Zeit war damals offensichtlich reif für solche Entwicklerplattformen. Doch im Gegensatz zu GitHub setzte Bitbucket damals auf das verteilte Versionskontrollsystem Mercurial, das aus demselben Grund entstand wie Git, auf das wiederum GitHub setzte. Von den Features her waren Mercurial und Git vor gut zehn Jahren und auch später noch miteinander vergleichbar, doch die GitHub-Betreiber verstanden es deutlich besser, ihr Angebot unters Volk zu bringen, sodass Bitbucket schon 2011 ebenfalls ein Git-Angebot im Portfolio hatte.

Git hat sich Stand heute zum De-facto-Standardsystem entwickelt – diese Erfahrung hat auch Bitbucket gemacht. Im Zuge der Bewertung des eigenen Angebots, für das sie wohl mehr als 10 Millionen registrierte Nutzer verzeichnen können, sind die Betreiber nach wohl reiflicher Überlegung zur Überzeugung gelangt, die Mercurial-Unterstützung aus der Bitbucket Cloud und ihrer API zu entfernen.

Als Begründung gibt Bitbucket an, dass die Akzeptanz von DevOps in den vergangenen zehn Jahren sprunghaft gestiegen sei. In dieser Zeit sei Bitbucket stetig gewachsen, und zwar von einem reinen Versionsverwaltungswerkzeug hin zu einem Produkt, mit dem sich der gesamte Lebenszyklus der Softwareentwicklung verwalten lasse.

Dieses Jahr konzentriere man sich auf den Aufbau von Integrationen, die die Automatisierung und Zusammenarbeit verbessern sollen. Die Unterstützung von zwei Versionskontrollsystemen bedeute eine Aufteilung des Schwerpunkts – Verdoppelung der Lieferzeit und des technischen Aufwands. Da Git das verbreitetere Tool sei, laufe Mercurial Gefahr, Probleme zu übersehen.

Die Bitbucket-Betreiber ziehen außerdem eine Studie von Stack Overflow hinzu, nach der fast 90 Prozent der Entwickler Git nutzten, während Mercurial mit nur etwa drei Prozent das wohl am wenigsten populäre Versionskontrollsystem sei. Tatsächlich nehme die Mercurial-Nutzung auf Bitbucket stetig ab und der Prozentsatz der neuen Bitbucket-Nutzer, die sich für Mercurial entschieden, sei auf weniger als ein Prozent gesunken.

Empfohlen wird nun, die bestehenden Mercurial-Repos nach Git zu migrieren. Es gibt etliche Git-Konvertierungstools auf dem Markt, genannt werden explizit hg-fast-export und hg-git mercurial plugin. Wer es vorziehe, Mercurial weiterhin zu nutzen, für den gebe es eine Reihe kostenloser und kostenpflichtiger Mercurial-Hosting-Services, erläutert der Bitbucket-Anbieter im zur Nachricht relevanten Blog-Beitrag. (ane)