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BlackBerry Devcon 2010: RIM veröffentlicht Entwicklungsplattform als Open Source

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Zum dritten Mal versammelt der kanadische BlackBerry-Hersteller Research in Motion (RIM) seine Partner und Softwareentwickler zu einer Developer Conference, wie im vergangenen Jahr in San Francisco. Von vielen wurde erwartet, gleich etwas von RIMs Antwort auf das iPad von Apple zu hören. Doch stattdessen konzentrierte sich RIM zunächst auf seine bestehende Smartphone-Plattform.

35 Millionen Anwender auf der BlackBerry App World, die täglich 1,5 Millionen Apps herunterladen – das klingt zunächst beeindruckend, liegt aber weit hinter den Zahlen zurück, die Apple oder Google präsentieren. Um mehr Developer für App World zu begeistern, streicht RIM bis auf Weiteres alle Gebühren, sei es für die Anmeldung des Developers oder das Einstellen von Anwendungen. Mit dem sogenannten Carrier Billing, der Bezahlung von Apps über die Telefonrechnung, beginnt RIM zunächst aber nur mit AT&T. Weitere Carrier sollen noch 2010 und im Jahr 2011 folgen. Anders als Nokia, das beim Carrier Billing nur 60 Prozent der Umsätze an den Entwickler ausschüttet, will RIM unabhängig von der Bezahlungsweise stets 70 Prozent weitergeben.

Eine 60/40-Teilung soll es hingegen bei den Werbeumsätzen geben. Bei der letzten DevCon bereits angekündigt, startet RIM nun eine eigene Plattform zur Vermittlung von Anzeigen, die innerhalb von Anwendungen angezeigt werden können. Sicherlich kein Feature, auf das irgendein Anwender gewartet hätte, aber erforderlich, um die einfache Finanzierung kostenloser Programme zu ermöglichen. RIMs Plattform ist insofern offen, dass viele Ad-Networks daran teilnehmen können und der Softwareentwickler dennoch nur mit RIM als Clearing-Stelle zu tun hat.

Im vergangenen Jahr hatte RIM bereits begonnen, die BlackBerry Widget-Plattform anzuschieben, die es ermöglicht, Apps für BlackBerrys mit den Methoden und Werkzeugen der Webentwicklung herzustellen. Diese Plattform hat RIM nun weiterentwickelt und wird sie umgehend als Open Source auf Github veröffentlichen. Sie trägt zunächst den Namen WebWorks, ein Name, den RIM selbst noch als verbesserungsfähig erachtet.

Auch in Zukunft wird es bei BlackBerrys eine zweigleisige Entwicklung geben. Neben WebWorks gibt es weiterhin die Entwicklung mit Java. Je nach Anwendung findet man auch Hybride, bei denen die Oberfläche mit WebWorks, der Kern aber in Java entwickelt ist. Umgekehrt braucht man für grafikintensive Spiele einen direkten Zugriff auf Ressourcen, der WebWorks weiterhin verwehrt bleibt.

Für die Entwicklung von Enterprise-Anwendungen hat sich RIM ein neues Akronym ausgedacht: BEAM steht für "BlackBerry Enterprise Application Middleware". Dabei handelt es sich um einen Satz von Libraries, die auf Java Application Servern wie Oracle Fusion, mIBM WebSphere oder der SAP/Sybase Plattform installierbar sind. Wie WebWorks soll auch BEAM vor allem die Entwicklung weiterer Apps erleichtern.

Eine ganz andere Bindung an die Plattform erhofft RIM sich durch den Ausbau des BlackBerry Messenger (BBM) als Social Network. 20 Millionen Anwender hat die Instant-Messaging-Plattform aktuell. RIM wird nun ein SDK veröffentlichen, mit dem man Anwendungen in den BBM integrieren kann, etwa um Highscores in Spielen oder Buchempfehlungen auszutauschen. Für registrierte Entwickler wird es umgehend ein Preview geben, auf das dann in Kürze eine Beta folgt. Auf genauere Zeitangaben mag sich RIM derzeit noch nicht festlegen. (Volker Weber) / (pmz)