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Borland bleibt Embarcadero

Idera will nach der Übernahme von Embarcadero die Werkzeuge für Softwareentwickler weiter unter dem alten Firmennamen führen. Die neue Mutterfirma sieht reichlich Potenzial für die ehemaligen Borland-Tools

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Borland bleibt Embarcadero

Nach der Übernahme Embarcaderos durch Idera stellte sich Softwareentwicklern vor allem die Frage, was aus dem Erbe Borlands in Form von Delphi, C++Builder und RAD Studio wird. Dazu sprach heise Developer mit Atanas Popov, dem neuen General Manager Embarcadero Code Gear.

Eine grundlegende Entscheidung betrifft die Firmenstruktur: Während Embarcaderos Datenbankwerkzeuge in das Idera-Portfolio integriert werden, laufen die Entwickler-Tools unter einer eigenständigen Tochterfirma, die den Namen Embarcadero behält. Popov, der selbst erst seit dem 1. Oktober bei Idera ist, wird General Manger von Embarcadero Code Gear.

Atanas Popov

(Bild: Idera)

Popov sieht im Bereich der Softwareentwicklung einen Wachstumsmarkt. Die Stärken von C++Builder und Delphi liegen seiner Meinung nach vor allem darin, dass sie plattformübergreifend ausgerichtet sind sich klar auf professionelles Development konzentrieren. Die Konzentrierung auf Windows 10 und die damit verbundene (in der Nummer gezeigten) Unterstützung habe zusätzlich einen unerwarteten Schub gegeben. Als mittelfristige Chance sieht er das Internet of Things, das neue Anforderungen an Entwickler mit sich bringe, bei deren Lösung er Embarcaderos Werkzeuge gut aufgestellt sieht. Dazu gebe es schon erste Projekte im Bereich des Gesundheitswesens und bei Beacons.

Hinsichtlich des Portfolios sind zunächst keine Änderungen geplant. Delphi sei nach wie vor das umsatzstärkste Produkt und erlebe gerade im universitären Umfeld beispielsweise in Russland und Brasilien einen neuen Aufschwung. C++ ist ohnehin unangefochten beliebt. Für die Unterstützung zusätzlicher Sprachen wie JavaScript sieht Popov mittelfristig keinen Bedarf. Theoretisch sei es jedoch nicht schwierig, die Plattform zu erweitern. Derzeit liege der Fokus jedoch auf der nächsten Version der Kernprodukte.

Dass die Aufstellung in einer eigenen Firma für Entwickler einen unangenehmen Beigeschmack haben könnte, ist Popov bewusst: Borland gliederte nach dem Wandel zur ALM-Firma (Application Lifecycle Management) die Werkzeugsparte in die Tochter CodeGear aus, die sie dann schließlich an Embarcadero verkaufte. Embarcadero will aber mit einer stabilen Produktlinie und einer strategischen Roadmap die Bedenken zerstreuen.

Zu den finanziellen Details hinsichtlich der Übernahme äußerte sich Popov erwartungsgemäß nicht. Beide Firmen waren vor dem Zusammenschluss ähnlich groß. (rme)