Browserprogrammierung: Erster Release Candidate von WebAssembly erschienen

Die WebAssembly Community Group hat eine Browser-Preview des Binärformats mit der zugehörigen JavaScript-API veröffentlicht und will Rückmeldungen bis zum ersten Quartal 2017 sammeln.

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WebAssembly: Erster Release Candidate erschienen
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Nach der öffentlichen Vorstellung im Sommer 2015 bringt die WebAssembly Community Group nun einen ersten Release Candidate heraus. WebAssembly (wasm) ist ein Ansatz zur clientseitigen Browserprogrammierung, der mit einem Binärformat effizientere Programme als mit JavaScript erreichen möchte. Die nun veröffentlichte Version ist ein sogenanntes MVP-Release (Minimum Viable Product, also ein die Minimalanforderungen erfüllendes Produkt).

Die Previewphase soll bis ins erste Quartal des kommenden Jahres hinein laufen. Wenn bis dahin keine signifikanten Änderungen nötig sind, wird anschließend die Implementierung für die unterschiedlichen Browser integriert. Dabei wird auch die Binärversion auf den Wert 0x1 gesetzt. Anschließende Änderungen sollen im Gegensatz zu den bis dahin erfolgten rückwärtskompatibel sein.

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Entwickler finden eine Anleitung zum Einsatz und zu den benötigten Werkzeugen auf der WebAssembly-Site. Dort gibt es auch erste Beispiele. Hinweise zur JavaScript-API finden sich auf einer separaten Seite. Zunächst zielt WebAssembly auf C/C++-Entwicklung und setzt auf LLVM. Derzeit hat das WebAssembly-LLVM-Backend experimentellen Status, es soll aber bis zum Ende der Previewphase stabil werden. Die Roadmap weist darauf hin, dass Entwickler zwischen der Browser-Preview und der Implementierung mit Breaking Changes rechnen müssen.

WebAssembly ist explizit nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung für JavaScript ausgelegt, die vor allem dort zum Einsatz kommen soll, wo hohe Leistungsfähigkeit erforderlich ist. Grundsätzlich ist der Ansatz des Binärformats nicht neu: ActiveX und Java gehören zu den prominentesten Vertretern. Letzteres scheiterte im Browser wie auch Adobe Flash vor allem an zahlreichen Sicherheitslücken, Ersteres schon am Alleingang Microsofts.

Ein wesentlicher Vorteil von wasm ist die Unterstützung durch die Browserhersteller sowie das von Anfang an als offener Standard angelegte Konzept. Die WebAssembly Community Group existiert unter dem Dach des W3C, ist aber wie die anderen Community Groups keine Untergruppe. Dass die Vorsitzenden der Gruppe von Mozilla, Microsoft, Google und Apple stammen, dürfte eine breite Browserunterstützung garantieren.

Weitere Details stehen in der zum Erscheinen des Release Candidate aktualisierten Roadmap. (rme)

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