Compiler-Infrastruktur: LLVM 10.0 verzichtet auf Frontend für Go

Mit Vorlage des zweiten Release Candidate für Version 10.0 verschwindet LLGO aus dem offiziellen Source Tree der Compiler-Infrastruktur.

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Die Fertigstellung der zehnten Hauptversion der Compiler-Infrastruktur LLVM steht kurz bevor. Das Entwicklerteam um Release-Manager Hans Wennborg hat nun den zweiten Release Candidate vorgelegt. Im Zuge der Fehlerbereinigungen seit RC1 im Januar sind knapp 100 Commits eingeflossen. LLVM 10.0 soll planmäßig am 26. Februar fertiggestellt werden. Unter den angekündigten Verbesserungen sind insbesondere erweiterte Unterstützung für AMD Zen 2, RISC-V und C++20 zu nennen. Neu hinzu gekommen ist die Multi-Level Intermediate Representation (MLIR), die die Infrastruktur zum Ausführen von Machine-Learning-Modellen in TensorFlow und vergleichbaren Frameworks vereinheitlichen soll.

Verabschiedet haben sich die Entwickler der Compiler-Infrastruktur unterdessen vom Go-Frontend LLGO, das offenbar seit Jahren eher ein Schattendasein in LLVM führte. Der nur schlecht gepflegte Code war demnach zuletzt nur auf dem Stand von Go 1.5, während Googles Programmiersprache bereits Version 1.14 erreicht hat und die Vorbereitungen auf Go 2 weiter zügig voranschreiten. Mit dem Wegfall von LLGO aus dem offiziellen Source Tree wurde die Code-Basis von LLVM um gut 700 000 Zeilen Code schlanker – zumal LLGO eine vollständige Ausgabe von Mark Twain's "The Adventures of Tom Sawyer" enthielt, die zu Kompressionstestzwecken diente. (map)