Continuous Testing Report 2020: Kontinuierliches Testing als Hürdenlauf

Die Studie von Capgemini und Sogeti zum Stand des Testing in IT-Unternehmen weist höhere Durchdringung durch Automatisierung und Hürden bei der Umsetzung auf.

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(Bild: Stefan Schurr / Shutterstock.com)

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Die europäischen Unternehmensberatungen Capgemini und Sogeti haben den Continuous Testing Report 2020 veröffentlicht. Im Zentrum der jährlich durchgeführten Studie steht die Frage, welchen Agilitätsgrad internationale IT-Unternehmen erreicht haben.

Ein Gradmesser ist dabei der Einsatz des Continuous Testing und automatisierter Testprodukte, auf denen der Fokus der aktuellen Erhebung lag: Zentrales Ergebnis ist, dass die Mehrheit (55 Prozent) der befragten Unternehmen inzwischen Continuous Testing eingeführt habe, allerdings hätten die Befragten laut Selbstauskunft noch mit Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung zu kämpfen.

Rund 40 Prozent der Befragten gaben an, dass sie durch Nutzerfeedback oder die Einführung neuer Leistungskennzahlen (Key Performance Indicator, KPI) die Auswirkungen der Testing-Einführung selbst überwachten. Etwa die Hälfte nutze die Daten aus der Pipeline und dem Produktionsprozess, um weiter an ihrer Teststrategie zu feilen und sie besser auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen.

Diese Anpassung scheint nicht überall reibungslos zu verlaufen: Über die Hälfte der Befragten (56 Prozent) gab an, dass sie in den Sprints Probleme beim Testen hätten. Fast die Hälfte (44 Prozent) bestätigte, dass ihre Teams viel Zeit beim Generieren und Aufbereiten der Testdaten verbrächten. Ein Drittel dieser Gruppe schätzte, dass zuviel Zeit in die Verwaltung von Testumgebungen flösse.

Hintergrund seien Personalengpässe und die Schwierigkeit, Fachpersonal für den Aufbau kontinuierlicher Test-Szenarien zu finden (62 Prozent gaben das laut Bericht an). Eine weitere Hürde bei der Einführung agiler Methoden seien Legacy-Code, veraltete Systemlandschaften mit monolithischem Charakter sowie interne Hierarchien.

Bei den Tests in der Produktionsphase gab es keine Änderungen im Vergleich zum Vorjahresbericht: 45 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, diese weiterhin durchzuführen. Rund 40 Prozent der Befragten ergänzten, dass sie Crowd-Tests verwenden. Chaos-Tests kommen bei einem Drittel zum Einsatz (32 Prozent).

Machine Learning spielt laut Bericht für viele Unternehmen jetzt eine tragende Rolle: 42 Prozent der Befragten setzen laut Selbstauskunft bereits KI-Modelle ein, um ihr Software-Testing zu verbessern. Ein Drittel der Befragten setzt für 2020 auf Vertiefung der Data Science in ihren Unternehmen sowie auf den stärkeren Einsatz von KI.

Im Bericht beleuchtet die Unternehmensberatung einige Bereiche, die Lösungsansätze versprechen. Aussagekräftige KPIs, Verbesserungen bei der Qualitätssicherung und Investitionen in die Testorganisation sowie die Testumgebungen sollen den Ablauf und die Transparenz erhöhen. Automatisierung und Machine Learning stellen möglicherweise Schlüssel hierzu dar, aber auch die Handlungsfähigkeit und das Know-how der Teams sei entscheidend.

Für die Studie wurden 500 leitende Entscheidungsträger von IT-Unternehmen aus Europa und Nordamerika telefonisch und in Online-Fragebögen befragt, die Datenerhebung fand zwischen Oktober 2019 und Januar 2020 statt. Partner bei der Erstellung des jährlich erscheinenden Berichts ist der US-amerikanische Halbleiterhersteller und Netzwerktechnologieanbieter Broadcom Inc. Rund 30 Prozent der erhobenen Daten stammten aus Nordamerika (USA und Kanada), der Rest zu etwa gleichen Teilen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, den Beneluxländern und Skandinavien.

Die Capgemini-Gruppe ist ein IT-Beratungsunternehmen europäischen Ursprungs für Cloud- und Cybersecurity mit Sitz in Paris und rund 100 internationalen Partner-Standorten. Die Ankündigung der Studie finden Interessierte in einem Blogeintrag des Unternehmens. Die markantesten Eckdaten lassen sich auf der Website nachschlagen, auch der volle Bericht steht bei Capgemini zum Download bereit. (sih)