Cross-Platform-Entwicklung: Flutter startet die Betaphase

Auf dem Mobile World Congress hat Google die erste Beta des Frameworks zur plattformübergreifenden Programmierung für Android und iOS vorgestellt. Flutter-Apps existieren bereits seit geraumer Zeit für beide Betriebssysteme.

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Cross-Platform-Entwicklung: Flutter startet die Betaphase

Google hat auf dem Mobile World Congress die erste Betaversion von Flutter vorgestellt. Die Vorbereitung dazu dauerte inklusive der Alphaphase über zwei Jahre. Im Mai 2015 hatte Google das Framework als Project Sky gestartet und ein halbes Jahr später in Flutter umbenannt.

Flutter setzt auf reaktive Programmierung und ist vor allem auf schnelle Entwicklungszyklen ausgelegt. Entwickler erstellen damit UIs, die auf Android und iOS abgestimmt sind, allerdings verwendet Flutter weder native Widgets wie React Native oder NativeScript noch eine webbasierte Darstellung. Es zeichnet vorgegebene UI-Elemente mit den Mitteln des jeweiligen Betriebssystems und verwendet für bestimmte Elemente wie das Scrolling die jeweiligen Systemfunktionen.

Als Programmiersprache kommt Googles JavaScript-Alternative Dart zum Einsatz. Einige der Neuerungen in dem vor Kurzem vorgestellten Dart 2 sind speziell auf Flutter zugeschnittten, unter anderem das einfachere Einbinden von UI-Elementen durch den optionalen Verzicht auf die Schlüsselwörter new und const, um den Boilerplate-Code zu verringern. Allerdings bietet die aktuelle Flutter-Beta wohl noch eine Anbindung an die Preview-Version von Dart 2.

Das Framework ist vor allem auf Nutzerschnittstellen und 2D-Grafik optimiert. Zur Anbindung weiterer Programmlogik bietet es Schnittstellen zu Java auf Android sowie Swift und Objective C auf iOS. Auch kann es auf die nativen Funktionen der iOS- und Android-SDKs zugreifen. Die Anbindung an die JVM-Sprache Kotlin, die Google im Herbst 2017 neben Java zur offiziellen Programmiersprache für Android erkoren hat, erwähnt der Blogbeitrag zwar nicht, aber die Flutter-Dokumentation enthält ein Beispiel für die Implementierung des Android-spezifischen Codes in Kotlin.

Entwickler können Flutter-Plug-ins für Android Studio beziehungsweise IntelliJ IDEA sowie für Visual Studio Code verwenden. Eine Hot-Reload-Funktion beschleunigt neuerdings den Testvorgang. Neu ist zudem der Widget Inspector, mit dem Entwickler Einblick in die Baumstruktur des Widgets erhalten.

Der Flutter Inspector bietet Einblick in die Baumstruktur der Widgets. (Bild: Google)

Weitere Details finden sich im Blogbeitrag, der auch auf die breite Auswahl der Packages zur Anbindung unter anderem an SQLite, Firebase oder Facebook Connect hinweist. Trotz des bisherigen Alphastatus von Flutter setzt unter anderem das AdWords-Team bei Google darauf, und es existieren mit Flutter geschriebene Apps im App Store und Play Store. Künftig will das Team etwa alle vier Wochen frische Betaversionen herausgeben. Einen Zeitpunkt für das Release von Flutter 1.0 bleibt der Blogbeitrag jedoch schuldig. Wer die Beta ausprobieren möchte, findet eine Anleitung für die Installation und die ersten Schritte auf der Flutter-Site. (rme)