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Cross-Plattform-Entwicklung: Google gibt Flutter 1.0 frei

Das Framework mag in der Entwicklung von Apps für Googles Android-Nachfolger Fuchsia eine tragende Rolle spielen. Es wird aber auch schon andernorts eingesetzt.

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Cross-Plattform-Entwicklung: Google gibt Flutter 1.0 frei

(Bild: Googles Developer Blog )

Googles plattformübergreifendes mobiles UI-Framework Flutter hat die Version 1.0 erreicht. Es ist vor allem auf schnelle Entwicklungszyklen ausgelegt und setzt hierfür auf Prinzipien der reaktiven Programmierung.

Entwickler erstellen mit Flutter UIs, die auf Android und iOS abgestimmt sind, allerdings verwendet Flutter weder native Widgets wie React Native oder NativeScript noch eine webbasierte Darstellung. Es zeichnet vorgegebene UI-Elemente mit den Mitteln des jeweiligen Betriebssystems und nutzt für bestimmte Elemente wie das Scrolling die jeweiligen Systemfunktionen.

Seit der ersten Beta im Frühjahr dieses Jahres haben die Entwickler daran gearbeitet, Features zu ergänzen und dem Framework etwas Feinschliff zu verpassen. Insbesondere haben sie an der Unterstützung für pixelgenaue iOS-Anwendungen mit neuen Widgets gearbeitet, Auch wurden fast zwanzig verschiedene Firebase-Services hinzugefügt. Und an der Leistungssteigerung und der Reduzierung der Größe von Flutter-Anwendungen wurde ebenfalls gearbeitet.

Flutter 1.0 basiert auf Dart 2.1, der jüngsten Version der bei Google entstandenen Programmiersprache und JavaScript-Alternative. Während der Schwerpunkt der Version 1.0 auf Bugfixes und Stabilisierung lag, werden auch zwei neue Funktionen mit Preview-Status vorgestellt, die im Februar 2019 fertig gestellt sein sollen: Es handelt sich um "Add to App" und "Platform Views". Erste ist eine Feature, das das Hinzufügen neuer Flutter-Funktionen zu bestehenden Anwendungen oder die Migration von Anwendungen zu Flutter erleichtern soll. Die zweite hat eine entgegengesetzte Rolle, indem sie Systemfunktionen von iOS oder Android in einem eigenen Frame oder View in die Flutter-Anwendung bringen will.

Flutter ist zunehmend zum Referenzprojekt für Dart geworden. Seit der Google I/O im Mai registriert Google wohl ein rasant wachsendes Interesse an Flutter. So hatte im Juli offenbar die Zahl der aktiven Flutter-Nutzer um gut 50 Prozent zulegen können, das Werkzeug war außerdem unter die Top 100 Software-Repositories auf GitHub aufgestiegen.

Trotz des frühen Entwicklungsstandes des Frameworks finden sich wohl in Apples und Googles Stores zunehmend neue mit Flutter geschriebene Apps. Neben dem hauseigenen Google-AdWords-Team setzen auch die Abbey Road Studios, Alibaba, Capital One, Groupon, Hamilton, JD.com, Philips Hue, Reflectly und Tencent Flutter-Apps ein. Die Community steuert mit dem Flutter Studio zudem ein sich in den Browser integrierendes Werkzeug zum Erstellen von UIs bei. Außerdem spielt Flutter wohl eine bedeutende Rolle bei Fuchsia, das das Handy-Betriebssystem Android innerhalb der nächsten fünf Jahre ersetzen soll. Hierin laufen die Flutter-Apps anscheinend nativ.

Das Framework ist vor allem auf Nutzerschnittstellen und 2D-Grafik optimiert. Zur Anbindung weiterer Programmlogik bietet es Schnittstellen zu Java und Kotlin auf Android sowie Swift und Objective-C auf iOS. Auch kann es auf die nativen Funktionen der iOS- und Android-SDKs zugreifen. Entwickler können Flutter-Plug-ins für Android Studio beziehungsweise IntelliJ IDEA sowie für Visual Studio Code verwenden.

In der Ankündigung zur Version 1.0 wird Flutter ausladend motiviert, außerdem werden etliche Anwendungen vorgestellt, bei denen Flutter zum Einsatz kommt. Für den Einstieg ist ansonsten die Flutter-Website die wichtigste Ressource.

Siehe dazu auch:

(ane)