Cross-Plattform-Entwicklung: Google veröffentlicht Developer Preview von Flutter

Programmierung von Android- und iOS-Apps mit einem Werkzeug – das bietet Googles Cross-Plattform-Tool Flutter.

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Cross-Plattform-Entwicklung: Google veröffentlicht weitere Developer Preview von Flutter

Googles plattformübergreifendes mobiles UI-Framework Flutter ist mit der Veröffentlichung einer weiteren Developer Preview der stabilen fertigen Version 1.0 einen Schritt nähergekommen. Flutter setzt auf reaktive Programmierung und ist vor allem auf schnelle Entwicklungszyklen ausgelegt. Entwickler erstellen damit UIs, die auf Android und iOS abgestimmt sind, allerdings verwendet Flutter weder native Widgets wie React Native oder NativeScript noch eine webbasierte Darstellung. Es zeichnet vorgegebene UI-Elemente mit den Mitteln des jeweiligen Betriebssystems und nutzt für bestimmte Elemente wie das Scrolling die jeweiligen Systemfunktionen.

Es gibt viele neue Dinge, die jetzt mit der Developer Preview in Flutter gelandet sind. So haben die Entwickler die Unterstützung für "Cupertino"-Steuerelemente dank einer Bibliothek mit Widgets und Klassen ausbauen können, die speziell auf das Erstellen von Apps für iOS ausgerichtet sind. Unter den Widgets sind CupertinoApp zum Erstellen von iOS-Apps, CupertinoTimerPicker für einen Countdown-Timer-Picker und CupertinoActionSheer für auf iOS ausgerichteten Pop-up-Seiten. Zusätzlich gibt es mit den aktualisierten CupertinoNavigationBar und CupertinoScrollbar neue Möglichkeiten zur Verbesserung der Flexibilität der Benutzeroberfläche. Auf alle diese Widgets und einige mehr geht die Dokumentation ein.

Die Neuerungen der Developer Preview im Überblick

Außerdem wurde die Unterstützung für das Ausführen von Dart-Code im Hintergrund hinzugefügt, selbst wenn die App in einem angehaltenen Zustand ist. Dieser Zustand kann Plug-in-Autoren dabei helfen, neue Plug-ins zu erstellen und den Code auszuführen, wenn ein Event ausgelöst wird. Die Entwickler geben zudem an, die Anwendungsgröße für Android und iOS um 30 Prozent verbessert zu haben. Das minimale App-Paket für Android ist mit 4,7 MByte rund 2 MByte kleiner als das APK (Android Package Kit) vor sechs Monaten, als die Beta erschien. Die Verbesserungen bei der Anwendungsgröße bei iOS wurden nicht quantifiziert.

Seit der Google I/O im Mai registriert Google wohl ein rasant wachsendes Interesse an Flutter. So hatte im Juli offenbar die Zahl der aktiven Flutter-Nutzer um gut 50 Prozent zulegen können, das Werkzeug war außerdem unter die Top 100 Software-Repositories auf GitHub aufgestiegen. Trotz des frühen Entwicklungsstandes des Frameworks finden sich in Apples und Googles Stores zunehmend neue mit Flutter geschriebene Apps. Neben dem hauseigenen Google-AdWords-Team setzen auch Alibaba und Groupon schon Flutter-Apps ein. Die Community steuert mit dem Flutter Studio zudem ein sich in den Browser integrierendes Werkzeug zum Erstellen von UIs bei.

Als Programmiersprache kommt bei Flutter Googles JavaScript-Alternative Dart zum Einsatz. Das Framework ist vor allem auf Nutzerschnittstellen und 2D-Grafik optimiert. Zur Anbindung weiterer Programmlogik bietet es Schnittstellen zu Java auf Android sowie Swift und Objective-C auf iOS. Auch kann es auf die nativen Funktionen der iOS- und Android-SDKs zugreifen. Entwickler können Flutter-Plug-ins für Android Studio beziehungsweise IntelliJ IDEA sowie für Visual Studio Code verwenden.

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