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DevOps World: CloudBees baut die Cloud-native Zukunft

Auf der plattformübergreifenden Basis von Kubernetes sollen der Cloud-native CI/CD-Server Jenkins X und Software Delivery Management Kunden glücklicher machen.

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DevOps World 2019

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Während der von CloudBees-CTO Kohsuke Kawaguchi entwickelte CI/CD-Server Jenkins sein 15-jähriges Jubiläum feiert, stand die Anfang Dezember von CloudBees zum zweiten Mal in Europa organisierte DevOps World (vormals Jenkins World) ganz im Zeichen der noch deutlich jüngeren Cloud-nativen Variante Jenkins X. Das Open-Source-Projekt ist auf der Basis von Kubernetes für den cloud- und plattformübergreifenden Einsatz ausgelegt.

Jenkins X gilt als wichtiger Baustein in der CloudBees-Strategie, die darauf abzielt, ein vereinheitlichtes DevOps-Datenmodell für das Software Delivery Management (SDM) in Unternehmen zu etablieren. Im Rahmen einer Preview steht Jenkins X ab sofort als Software as a Service (SaaS) auf der Google Cloud Platform (GCP) zur Verfügung.

Mit SDM will CloudBees nicht nur Entwicklern umfassende Werkzeuge für Continuous Integration und Continuous Delivery bieten, sondern insbesondere auch Entscheidern in den Unternehmen detaillierte Informationen und Optimierungsmöglichkeiten für sämtliche Prozesse von der Idee bis zur einsatztauglichen Anwendung beziehungsweise einem vermarktungsfähigen Produkt an die Hand geben. Software Delivery Management erlaube es Unternehmen, ihre Go-to-Market-Strategie kontinuierlich zu verbessern, in dem sämtliche Aspekte der Softwareentwicklung einschließlich Security, Compliance und Effizienz überwacht, ausgewertet und Feedback an alle Beteiligten zurückgespielt werde, erklärt CloudBees-CEO Sacha Labourey.

CloudBees-CTO Kohsuke Kawaguchi feiert 15 Jahre Jenkins.

Jenkins X eröffnet in diesem Zusammenhang nicht nur Entwicklern beschleunigte CI/CD-Pipelines vom Packaging bis zum Merge in den Master Branch, sondern auch das Produktmanagement erhält unmittelbaren Einblick in den Entwicklungsprozess und kann über Pull Requests gegebenenfalls Einfluss nehmen. Durch Parallelisierung von Code Reviews und Merges trägt Jenkins X einerseits zu effizienteren Prozessen innerhalb der Organisation bei, erlaubt darüber hinaus aber auch intensiveres Testen, das zu höherer Qualität führen sollte.

Neben den integrierten GitOps-Funktionen (Versionskontrolle, CI/CD-Automatisierung, Trunk-based Development etc.) sind ein aus Entwicklersicht besonders wichtiges Feature von Jenkins X aber die "auf Knopfdruck" verfügbaren Preview Environments. James Strachan, der als Distinguished Engineer bei CloudBees an der Entwicklung automatisierter CI/CD-Angebote auf Basis von Kubernetes arbeitet, ist überzeugt, dass die im Kubernetes Cluster bei Bedarf – und ohne aufwendige Beantragungsprozesse – verfügbaren Preview Environments sowohl einzelnen Entwicklern wie auch Teams die Arbeit nachhaltig erleichtern.

Das SaaS-Angebot “CloudBees CI/CD powered by Jenkins X” befreit Softwareentwickler darüber hinaus von den komplexen administrativen Aufgaben, die mit der Container-Orchestrierung Kubernetes verbunden sein können. Während das Jenkins-X-Team intern bereits seit Längerem Jenkins X für die Entwicklung von Jenkins X nutzt, warten die CloudBees-Verantwortlichen gespannt auf die ersten Erfahrungen, die Anwender im Rahmen der Preview des Service auf der Google Cloud Platform (GCP) sammeln werden. Die enge Zusammenarbeit mit Google ist dabei nur als erster Schritt zu betrachten. Beide Unternehmen vertrauen fest auf die brückenbauenden Fähigkeiten von Kubernetes.

Als universelle Runtime-Umgebung schafft Kubernetes die Voraussetzungen für Cloud-native Softwareentwicklung und Deployment in Hybrid- und Multi-Cloud-Umgebungen. Trotz konkurrierender Ansätze wie Docker Swarm, Mesosphere und VMware hat sich Kubernetes mittlerweile zum Quasi-Standard gemausert, der von allen großen Cloud-Anbietern unterstützt wird. Jenkins X nutzt nicht nur den vollen Funktionsumfang von Kubernetes, sondern baut außerdem auf den Execution Layer Tekton. Das ebenfalls im Kubernetes-Ökosystem angesiedelte Open-Source-Projekt stellt eine neue Kontrollebene für die Softwareentwicklung mit CI/CD-Systemen auf Kubernetes zur Verfügung. Jenkins X integriert Tekton als Execution Engine für Build Pipelines.

Moritz Plassnig, VP Cloud bei CloudBees, beleuchtet die wichtigsten Vorteile von Jenkins X.

Die Kubernetes-Cluster-Angebote von Google, AWS, Azure und weiteren Cloud-Providern unterscheiden sich in der Regel nur in Details, ein nahtloses, Cloud-übergreifendes Arbeiten oder gar eine Migration von Anwendungen ist dennoch kaum beziehungsweise allenfalls mit starken Einschränkungen möglich. Mit dem von Google vorangetriebenen Projekt Anthos sollen die Grenzen zwischen den Plattformen schwinden. Anthos stellt eine zentrale Plattform zur Verwaltung von Kubernetes-Installationen zur Verfügung (mit Google Kubernetes Engine auf GCP und GKE On-Prem), die außerdem das Service-Mesh Istio und die Serverless-Middleware Knative integriert, von denen auch Jenkins X perspektivisch noch stärker profitieren soll.

Um das eigene Produktportfolio für Unternehmenskunden attraktiver zu gestalten, vertraut CloudBees aber nicht allein auf Jenkins X. Auch die beiden zuletzt getätigten Akquisitionen von Electric Cloud und Rollout sollen dazu beitragen. Während der Electric Cloud Accelerator Jenkins X durch Parallelisierung und Lastverteilung von Aufgaben beschleunigt, komplettiert Electric Cloud Flow das CI/CD-Angebot für Kunden, die noch Legacy-Umgebungen unterstützen müssen, wie sie beispielsweise in der Telekommunikation und der Halbleiterindustrie noch weit verbreitet sind.

Die Feature Flags von Rollout hingegen kommen nicht nur Entwicklern unmittelbar zu Gute, wenn es darum geht, einzelne Code-Abschnitte gezielt zu verbergen oder freizuschalten – und das sogar nach Ausrollen des Builds. Das Produktmanagement von Softwareanbietern kann die Flags außerdem nutzen, um neue Funktionen mit einem ausgewählten Nutzerkreis zu testen oder die eigene Applikation auf Basis eines einzelnen Builds in unterschiedliche Versionen mit abgestuften Funktionsumfang zu gliedern.

Das komplettierte CloudBees-Portfolio für die Software-Delivery-Management-Stragtegie.

CloudBees umfassendes Engagement in der unter dem Dach der Linux Foundation Anfang des Jahres gegründeten Continuous Delivery Foundation (CDF) soll einerseits wichtige Open-Source-Projekte wie Jenkins und Jenkins X und deren Community gezielt unterstützen, anderseits aber auch den Kontakt zu Anwenderunternehmen intensivieren. "Die CDF ist keine reine Anbieterorganisation, die nur eigene Interessen vertritt, sondern bindet gezielt Anwender ein, um die Weiterentwicklung von CI/CD in die richtige Richtung zu lenken, die den Herausforderungen der Praxis gerecht wird", erklärt Tracy Miranda, Director of Open Source bei CloudBees.

Unter den CDF-Mitgliedern finden sich daher zahlreiche Anwenderunternehmen wie die Banken HSBC und JPMorgan Chase, aber auch Softwareanbieter wie Autodesk, Red Hat und SAP. "eBay beispielsweise will die eigenen Systeme auf einen zu 100 Prozent Cloud-nativ ausgelegten Stack umbauen", ergänzt Miranda. Der E-Commerce-Spezialist suche dazu über die CDF den Kontakt zu Spezialisten in den relevanten Open-Source-Projekten und wolle außerdem von den Best Practises, Frameworks und weiteren Ressourcen der Foundation profitieren.

Mit nur vier aktiven Projekten – Jenkins, Jenkins X, Spinnaker und Tekton – ist das aktuelle Portfolio der CDF noch überschaubar, Miranda zeigt sich aber zuversichtlich, dass die noch junge Organisation den Fokus Schritt für Schritt ausbauen werde. Konkrete Vorschläge für weitere Projekte in den Bereichen Mobile-CI/CD oder Security lägen bereits vor. Außerdem setzen sich eine Reihe von Mitgliedern für die Einrichtung einer ML-Ops-Gruppe ein. (map)