Die OSGi-Gruppe schlägt einen ersten Entwurf für das OSGi Core Release 8 vor

Im neuen Entwurf der OSGi-Spezifikation stellt die dahinterstehende OSGi Alliance zwei neue Bestandteile des Modulsystems für Java vor.

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(Bild: Shutterstock.com)

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Die OSGi Alliance hat einen ersten Entwurf der Version 8 der OSGi-Spezifikation (früher: Open Services Gateway initiative) vorgelegt. Die Spezifikation beschreibt ein modulares System und eine Serviceplattform für die Programmiersprache Java, mit der Anwender ihre Java-Software modularisiert anbieten können. Die neue Ausgabe von OSGi soll zwei neue Elemente beinhalten: OSGi Connect und OSGi Condition Service.

Die neue OSGi-Connect-Spezifikation führt einen Mechanismus ein, mit dem Entwickler Inhalte, die außerhalb der Kontrolle des Frameworks verwaltet werden, mit einem im Framework installierten Bundle darzustellen (oder zu verbinden (connect)). Da der Inhalt außerhalb des Frameworks selbst verwaltet wird, befolgt er möglicherweise nicht allen Regeln des OSGi-Modul-Layers. Beispielsweise können mehrere mit externem Inhalt verbundene Bundles vom selben Class Loader geladen werden. Mit Connect kann der Inhalt sowohl am Aktivierungsmodell als auch am Service-Layer des Frameworks teilzunehmen.

Als zweite Neuerung gilt der OSGi Condition Service. Er stellt einen Mechanismus dar, der anzeigen soll, ob eine bestimmte Voraussetzung während der Laufzeit erfüllt ist. Der Dienst stellt somit ein Äquivalent zu Requirements und Capabilities im Modul-Layer für das Service-Layer bereit. Damit sollen sich einige Probleme lösen lassen, wie etwa zu garantieren, dass ein Bundle bestimmte Funktionen und Dienste auch tatsächlich während der Laufzeit bereitstellt.

Einen genaueren Überblick über die vorgeschlagenen Neuerungen bietet ein Blogbeitrag der OSGi Alliance.Dort findet sich auch der über 500 Seiten starke Entwurf der OSGi-Spezifikation in Version 8.0.

Die OSGi Alliance entstand 1999 mit dem Ziel, die wachsende Komplexität und Vernetzung von Systemen zu bewältigen. Die Gründungsmitglieder (unter anderem IBM, Motorola, Oracle, Philips und Sun Microsystems) fokussierten sich zunächst auf die Spezifikation eines Java-Komponentensystems. Das OSGi Framework bildet den Kern der Spezifikation. Es ist eine Laufzeitumgebung für Softwarekomponenten und orientiert sich an den Prinzipien der serviceorientierten Architektur.

Heute kann die Gruppierung zahlreiche Unternehmen als Mitglieder aufweisen. Als strategische Mitglieder listet die Alliance neben dem bereits genannten IBM auch Adobe, Bosch, Deutsche Telekom, NTT, Paremus und die Software AG. Das Ziel hat sich seit 1999 nicht wirklich geändert: Die Alliance will durch die Weiterentwicklung der offenen Standards die Modularität von Software und damit die Weiterentwicklung der Systeme fördern. (bbo)